Miracles Do Happen

Das ist doch mal wirklich eine Überraschung!

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Treebeard lebt

Nach einem kurzen Frühstück haben wir die Jugendherberge & Campingplatz in Ahipara (F) verlassen und sind nach Süden zum Hokianga Harbour gefahren. In Maori Sprache (Te Reo): „Te Hokianga-nui-a-Kupe“ (Ort der großartigen Rückkehr des Kupe). Kupe war in der Mythologie der Māori mancher Stämme einer der Entdecker von Aotearoa/Neuseeland. Da Neuseeland von Norden nach Süden besiedelt wurde, ist Hokianga eine der ältesten Siedlungen der Maori. Mit der Fähre haben wir von Kohukohu nach Rawene übergesetzt. Diese fährt stündlich hin- und her und es war einiges los auf der Fähre. Vorher hatten wir noch etwas Zeit zum entspannen.

Auf der anderen Seite des Hokianga Harbour fuhren wir die SH12 in westlicher Richtung zur Mündung. Von dem Arai-Te-Uru Recreation Reserve hat man eine sehr schöne Rundumsicht auf das türkisfarbene und saubere Wasser. In den flachem Gewässer kann man bestimmt schön tauchen. Schön ist, dass diese Westküste noch nicht so stark touristisch erschlossen ist wie z. B. Paihia.

Über Hügel ging es weiter zm Waipoua Forest (G), einem geschützten Gebiet mit dem größten Kauri-Baum Bestand und der größten Kiwi Population in Neuseeland. Hier stehen zwei der größten und dicksten lebenden Kauri Bäume, Tane Mahuta (Lord of the forest) and Te Matua Ngahere (Father of the forest). Ihr Alter wird auf über 2000 Jahre geschätzt, haben also alle Epochen seit Christi Geburt mitgemacht.

 Details: Tane Mahuta Te Matua Ngahere
Stammumfang: 13,77 m 16,41 m
Stammhöhe: 17.68 m 10,21 m
Gesamthöhe: 51.2 m 29,9 m
Stammvolumen: 516,7 m3 208,1 m3

Leider wurde auch im Waipoua Forest das ‚Kauri-dieback‘ virus gefunden. Danach ging es geradewegs nach Auckland zurück, um uns auf das nächste Abendteuer vorzubereiten ;)

Eure Kiwis

 

Cape Reinga and the far north

Viele Kilometer lagen vor uns. Zuerst ging es von Paihia wenige km weiter nach Kerikeri zu den Rainbow Falls. Worher der Name wohl kommt? :) Danach ging es an der Doubtless Bay vorbei weiter in Richtung Norden. Die Bucht bekam übrigens den Namen von James Cook, als er 1769 in sein Logbuch schrieb: „doubtless a bay“ (zweifelsfrei eine Bucht). Angekommen an der anderen Seite der Halbinsel ging es über den 90 mile beach (D) einige Kilometer nach Norden. Der Abschnitt ist allerdings nur 55 miles lang. Der Grund in der Falschberechnung scheint darin zu liegen, dass man damals mit dem Pferd 30 Meilen pro Tag reinten konnte. Für den Trip brauchte man 3 Tage. Nur kamen die Pferde im Sand nicht so schnell voran, sodass man länger für die Strecke brauchte. Soviel zu den Theorien, zurück zu den Fakten. Es macht super viel Spaß auf der offiziellen Straße „Coast Road“ zu fahren.

Zurück auf dem State Highway 1 kamen wir an einigen Wildpferden vorbei. Auch etwas, was man selten sieht. Einer Kuhherde sind wir ja schon begegnet. Nun war eine Schafherde dran. Die Hunde mussten ganze Arbeit leisten, um die immer wieder ausbrechenden Schafe im Zaun zu halten. Nach weiteren 45 Minuten erreichten wir dann endlich das Nordkapp, Cape Reinga (E). Der Name des Kapps stammt vom Maori Wort „Reinga“ und bedeutet „Unterwelt“. An diesem Punkt verlassen die toten Seelen das Land und betreten die Nachwelt. Seit 2007 wartet Cape Reinga für die Aufnahme in die Liste als Weltkulturerbe. Am Kapp treffen sich die Tasman See und der Pazifische Ozean aufeinander und sorgen für viel Strudel und manchmal hohen Wellengang.

Tipp: Versucht nach 16:00 Uhr auf dem Cape zu sein. Dann sind die ganzen Busse aus Paihia und anderen Städten schon wieder weg und ihr müsst die Aussicht nicht mit hunderten anderen Touristen teilen. Außerdem steht die Sonne dann im richtigen Winkel für super Aufnahmen.

Nach einem ausgiebigem Fotoshooting ging es zum Youthhostel nach Ahipara (F), wo wir noch einen schönen Sonnenuntergang erleben konnten.

Schwimmen mit Flipper & Co

Voller Vorfreude auf den anstehenden Tag, konnten wir nicht lange schlafen. OK, der Wecker hat uns um 5:45 aufgeweckt, da wir uns auf der nach Osten zugewandten Seite befanden, so dass als erstes ein Sonnenaufgang auf dem Programm stand. Leider waren doch ein paar Hügel im Weg, aber dennoch war der Sonnenaufgang sehr schön. Das Meeresrauschen müsst ihr euch bei den Bildern jetzt hinzudenken. Auch hier waren wir nicht die Einzigen, wie in Napier kamen uns Jogger und Spaziergänger entgegen.

Wir sind noch kurz zu den Waitangi Treaty Grounds gefahren. Dort wurde 1840 der Friendensvertrag zwischen den Maori und der britischen Krone geschlossen. Allerdings fanden wir den Eintrittspreis für $80 etwas übertrieben, vorallem weil er für Neuseeländer kostenfrei ist. Die Führung hätte auch etwas länger gedauert und wir mussten um 12:30 am Kai sein.

Bei einer Buchung über der Jugendherberge bekommt man übrigens 10% Rabatt für den 4-stündigen Ausflug. Ansonsten kostet die Tour $109. Nicht gerade ein Schnapper, aber sowas macht man ja auch nicht alle Tage.  Auf der Tour von Fullers GreatSights bekommt man eine dolphin-view-guarantee. Sollte man keine Delphine zu sehen bekommen, gibt es ein Gutschein für einen anderen Tag. Mit 12 anderen Wasserratten sind wir in der Bucht herumgefahren, um Flipper & Friends zu finden. Es kann mal so und mal so laufen. Bei der Vormittagstour konnten die Teilnehmer nur 2 Minuten schwimmen und dann waren die Delfine weg :( Wir hatten mehr Glück und nach kurzer Zeit haben wir die ersten Tiere gesichtet.

Bisher hatten wir Delfine nur im Zoo gesehen, das hier ist aber schon etwas ganz anderes und viel, viel besser! 2x haben sie einen großen Sprung aus dem Wasser gemacht und nach einem Fotoshooting ging es dann auch für uns ins Wasser. Man sollte mit ihnen reden, damit sie Interesse zeigen. Auch abtauchen soll helfen, was wir natürlich alles probiert haben. Insgesamt war es eine Gruppe von 6 Delfinen und sie waren nur wenige Meter von uns entfernt. Abgetaucht kamen sie auf mich zu, zwinkerten kurz und drehten dann in einem Meter Entfernung ab. Einfach genial. Wir sind zu verschiedenen Spots hinterher gefahren und durften drei mal ins Wasser springen. Die Gesänge in Natura sind auch viel intensiver und es machte Spaß einfach nur zuzuhören. Arme angelegt, langsam paddeln und alles auf sich wirken lassen. Danach ging es zurück an Board. Dort haben wir uns umgezogen und es uns auf dem Vorderdeck gemütlich gemacht. Dann haben wir noch eine andere Gruppe gesehen, die ebenfalls mit athletischen Einlagen auf sich aufmerksam machte.

Zurück in Paihia waren wir von dem Tag sehr erschöpft und froh über eine gescheite Mahlzeit und eine Dusche.

Trip durch das Northland

Screen Shot 2013-12-13 at 7.50.51 amAm 09.12.2013 sind wir kurzfristig für ein paar Tage in den Norden gefahren. 2 Stunden von Auckland entfernt liegt Whangerei (B), die mit 53.000 Einwohnern größte Stadt in der Northland Region. Im Visitor Center kann man sich gute Ideen holen, was man so alles machen kann und nebenbei einen sehr leckeren iced chocolate trinken ;) Wir sind zuerst auf einen größeren Hügel gefahren, um die Stadt von oben zu besichtigen. Es sollte dort eigentlich auch ein altes Maori pa (Fort), das haben wir aber nicht gefunden. Ein Kriegerdenkmal ist das einzige militärische, was oben auf dem Hügel steht.

Dann ging es 2 km zu den Abbey Coves, eine nicht wirklich erschlossene Höhle mit Glühwürmchen. Die großen Steine in die dunkle Höhle herunterzuklettern, hatte schon etwas Abenteuerliches. Wir waren mit festem Schuhwerk und Taschenlampe aber gut darauf vorbereitet. Man muss ein kleines Stück durch einen flachen Bach waten bis man nach wenigen Metern hoch oben kleine Glühwürmchen sieht. Taschenlampe aus, Glühwürmchen an. Langsam weiten sich die Pupillen und immer mehr Pünktchen lassen sich erkennen. Ziemlich abgefahren.

Im Anschluss sind wir zu den Whangerei Falls gefahren, die angeblich meist fotografierten Wasserfälle Neuseelands. Mag wohl daran liegen, dass diese in 5 Minuten ohne große Anstrengung zu erreichen sind. Ganz nett, aber die schönsten waren es nicht. Da haben wir schon bessere gesehen und wir waren bislang noch nicht einmal auf der Südinsel.

Auf dem Weg zu unserem ersten Ziel – Paihia (C) – wollten wir noch am Strand bei Matapouri an der Whale Bay eine kleine Wanderung machen. Leider fing es etwas an zu regnen. Da es nicht besser, sondern immer schlimmer wurde, sind wir nach wenigen Metern doch zurück zum Auto gegangen. Nach 1,5 Stunden haben wir Paihia erreicht uns uns wieder im Hostel  (YHA) einquartiert. Spontan haben wir uns für den darauf folgenden Tag für das Schwimmen mit Delphinen angemeldet!!! Yeah!

PISA Studie 2013

Es ist mal wieder soweit. Die im Jahr 2000 von Deutschland so gefürchtete PISA Studie legte den Schwerpunkt dieses Jahr auf Mathematik. Urgh… Die Studie ist übrigens nicht nach der Stadt in Italien benannt, sondern steht für „Programm for International Student Assessment“.

Wer sich selbst mal testen möchte, 6 Beispielfragen welche den 15 jährigen SchülerInnen gestellt wurden. Zum Glück habe ich alle Fragen richtig beantwortet :)

In diesem Eintrag möchte ich, dem Blog entsprechend, nur die beiden Länder Deutschland und Neuseeland anhand des OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) Durchschnitts kurz vergleichen. Hier könnt ihr euch schnell einen Überblick über andere Länder verschaffen.

Fachgebiet Deutschland Neuseeland OECD
Mathe 514 500 494
Lesen 508 512 496
Naturwissenschaft 524 516 501
Quelle: gpseducation.oecd.org

Deutschland und Neuseeland liegen beide gleichermaßen etwas über dem OECD Durchschnitt.

Wem Durchschnitt nicht gug genug ist, der sollte sich ein Beispiel an Shanghei (China) nehmen; die SchülerInnen sind lt. Tagesschau.de 3 Schuljahre weiter als der Durchschnittsschüler. Überhaupt schneiden die südostasiatischen Länder in diesem Jahr sehr gut ab. Die Asiatischen Staaten holen also nicht nur wirtschaftlich auf. Oder vielleicht gerade deswegen?! Wirtschaftlicher Wohlstand und Bildung hängen nunmal doch zusammen. In 15 Jahren werden wir sehen, was die Saat von heute bringt.

Ein paar generelle Werte zu dem Bildungsstand der Gesamtbevölkerung: Obwohl Deutschland eines der Länder mit der höchsten Sekundarabschlussrate ist, liegt es bei tertiären Abschlüssen hinter dem Durchschnitt. In Neuseeland ist es genau anders herum.

Bildung/Wirtschaft
(25 – 64 jährige in 2011)
Deutschland Neuseeland OECD
Sekundarabschluss I 14% 26% 26%
Sekundarabschluss II 59% 35% 44%
Tertiärabschluss 28% 39% 31%
Arbeitslosenquote mit Sekundarabschluss I 14% 7% 13%
Arbeitslosenquote mit Sekundarabschluss II 6% 4% 7%
Arbeitslosenquote mit Tertiärabschluss 2% 4% 5%
Ausgaben für Bildung vom BIP in 2010  7%  7%  6%

Quelle: gpseducation.oecd.org

Herauslesen kann man aus dieser Tabelle, dass man auch mit einem Sekundarabschluss I in Neuseeland nicht arbeitslos sein muss. Allerdings auch nicht kann, weil die staatliche Arbeitslosenhilfe nicht sehr hoch ist. Wer ein Handwerk gelernt hat, wird aktuell in Christchurch für den Wiederaufbau dringend benötigt. Detaillierte Statistiken über das Bildungssystem in Neuseeland und andere Länder können hier abgerufen werden. Deutschland möchte lt. BMBF die Bildungsausgaben auf 10% erhöhen. Bis wann konnte ich aus dem Bericht allerdings nicht erkennen.

Bleibt zu hoffen, dass unsere Politiker in Zukunft die richtigen Entscheidungen in Bezug auf Bildung treffen. Denn „die Invenstition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen.“ (Benjamin Franklin).

Dänen und Kiwis – am wenigsten korrupt

Der neue Korruptionswahrnehmungsreport 2013 von Transparancy International ist verfügbar. Dänemark und Neuseeland belegen mit 91 Punkten beide den ersten Platz und sind demnach am wenigsten von Korruption betroffen. Überhaupt haben die skandinavischen Staaten sehr gut abgeschnitten. Alle 4 Länder sind unter den Top 5. Vielleicht erklärt sich das gute Abschneiden von Neuseeland damit, dass hier nicht einmal Trinkgelder angenommen werden ;-)

Ich habe in meiner Tabelle nur ein paar Länder aufgenommen. Deutschland landet mit 78 Punkten auf Platz 12. Das Schlusslicht, in Bezug auf die EU,  bildet Griechenland mit 40 Punkten und landet somit auf dem 80. Platz. Italien kann sich mit seinem 69. Platz (43 Punkten) auch nicht mit Federn schmücken. Global gesehen, schneiden Afghanistan, Nordkorea und Somalia mit ganzen 8 Punkten (Platz 175) am schlechtesten ab. Es ist schade zu sehen, dass von 177 berücksichtigten Länder 122 weniger als 50 Punkte bekommen haben. Das heißt, dass 69% der Welt Korruption vor Ehrlichkeit bevorzugen. Betrüger kommen eben doch weiter.

korruptionswahrnehumungsindex2013

Das pdf mit allen Ländern kann hier heruntergeladen werden.

Anzumerken sei noch, dass die beiden großen Exportnationen Deutschland und Japan die einzigen G20 Staaten sind, welche die UN Convention against Corruption (UNCAC) nicht unterzeichnet haben. 168 von 193 Mitgliedsstaaten haben das Abkommen bereits ratifiziert.

In der Hoffnung, dass die Welt bald „gelblicher“ erscheinen mag, hier noch eine Übersicht:Korruptionswahrnehmungsindex2013-weltkarte

Crazy Italian Guy

Seit Mitte September wohnen wir mit einer Familie von den Phillippinen zusammen. Dort haben wir ein Zimmer angemietet und teilen uns Küche und Bad. Das ganze nennt sich House Sharing. Es klappt auch sehr gut mit den 5 Kindern zwischen 12 Jahren und 10 Monaten.

Im Oktober kam dann Andrea, ein promovierter Forstwissenschaftler aus Italien, dazu, der den ganzen Tag mit einer Kettensäge bewaffnet auf Bäumen herum turnt. Eigentlich würde er die Bäume lieber retten, anstatt zu sie zu fällen. Er ist nämlich so etwas wie ein Baumdoktor.

Wenn er sich mal nicht wie Tarzan durch die Bäume hangelt, macht er zwischendurch seine Yoga-Übungen. Zur Freude der weiblichen Mitbewohnerinnen. Er macht dann ohne T-Shirt einen freien Kopfstand. Andrea Er sieht fast genauso aus wie unser virtueller Bauchmuskeltrainer:

Wir verstehen uns sehr gut mit ihm und teilen die Leidenschaft des Wanderns. Vor 2 Wochen bin ich mit ihm auf eine 4-5 stündige hiking-tour in den nahegelgenen Waitakere Regional Park gegangen. 20131124_103303Eine Woche später sagte er zu mir: „Kannst du dich noch an den großen Kauri Baum erinnern, an dem wir vorbei gekommen sind?“ (siehe Bild). „Da bin ich gestern hochgeklettert und habe dort übernachtet.“

?!?

!?!

Ja, genau. So haben wir auch geschaut.

Da hockte er dann, 30m über dem Boden, gesichert mit einem Seil, bestückt mit einer Decke und etwas zu essen. Allerdings hatte er wegen des starken Windes nicht schlafen können. Dementsprechend froh war er, als endlich um 05:30 die Sonne aufging und er wieder nach Hause fahren konnte. Die Ranger haben abends zuvor  noch nach ihm gesucht. Sein Auto stand nach der Schließung des Parks natürlich noch auf dem Parkplatz,  aber er hat sich nichts anmerken lassen. Crazy Italian Guy.