Südinsel-Tour Teil 1

Screen Shot 2014-01-31 at 4.33.14 pmWir finden, es ist mal wieder Zeit für eine längere Tour. Und weil es zu viert auch doppelt Spaß macht, bekommen wir Sonntag Besuch aus Deutschland :) Vorab hier eine kleine Übersicht der Tour, die wir in einer Woche machen wollen:

Wir beginnen in Christchurch (A) und die Halbinsel Akaroa. Mal schauen was sich nach den vielen Erdbeben (2010 & 2011) so getan hat und was aus der Stadt geworden ist.

Am nächsten Tag nochmal zum Drehort von Rohan und dann für ein BBQ und Übernachtung nach Hause in Geraldine (B/I), spart auch Geld :)

Nach der Besichtigung der beiden Lakes Tekapo und Pukaki geht es dann nach Wanaka (C). Es soll nach Queenstown eine ebenso große Abenteuer- und Erlebnisstadt sein.

An der Westküste entlang wird es uns zwei Tage am Fox Glacier (D) oder Franz Josef Glacier halten und wir hoffen nach einem super tollen Gletscherspaziergang unsere erkalteten Gliedmaßen in den Hot-Pools aufwärmen zu können.

Die Pancake Rocks (E) liegen auf dem Weg nach Norden, vielleicht bleibt sogar noch Zeit für eine vom Lonely Planet gekürte Top 5 Wanderung in Saint Arnaud (F) und dem Lake Rotoiti.

Ansonsten geht es zum Abel Tasman Nationalpark, wo wir uns irgendwo einquartieren und die lange Küstenstraße der Golden Bay (G) genießen werden. In Picton (H) besteigen unsere Freunde dann am Nachmittag die Fähre um die Nordinsel unsicher zu machen, für uns geht es die SH 1 zurück in den „Alltag“ nach Geraldine (I).

Wenn ihr irgendwelche Ideen oder Insidertipps habt, immer her damit! :)

Die einzelnen Tagesberichte folgen dann in 1-2 Wochen.

Eure Kiwis

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Mt. Somer´s Track

Screen Shot 2014-01-31 at 1.41.40 amWir mögen die frische Seeluft, allerdings mögen wir auch das Wandern. Wo man in Deutschland mehrere hundert km fahren muss, um entweder das eine oder das andere zu haben, reicht hier nur 1 Autostunde aus. Die einzigartige Topografie Neuseelands war auch ein Grund, warum wir uns für dieses Land entschieden haben.

Unser Nachbar hat bei einem Abendessen mal gesagt, wir sollen das Wetter hier so nehmen wie es kommt. Wenn es dann auch noch schön sonnig ist, dann ist es ein Bonus. An einem Sonnentag haben wir unsere Wanderschuhe angezogen und sind zum Mount Somers gefahren, dem „Canterbury walkers´ mecca“, wie es Mark Pickering in seinem Wanderbuch „202 Great Walks“ beschreibt. Es sollte Recht behalten. Die Strecke über den Scienic Highway 72 hat mich schon auf der Hinfahrt sehr beeindruckt. Um den Berg Somers gibt es mehrere Wanderwege, die aufgeteilt oder an 2 Tagen mit Übernachtungen in 2 möglichen „Huts“ abgelaufen werden können. Wir haben eine Tagestour von ca. 6 Stunden (7km) daraus gemacht.

Vom Parkplatz aus ging es den an sich einfachen, aber am Ende hin etwas anstrengenden 60 minütigen Miners Track zu einer verlassenen Kohlemine hoch. Die Mine wurde 1929 eröffnet, war aber schon 1 Jahr später bankrott. Einige ehemalige Arbeiter haben sich zusammen getan und die Schürfrechte an der Mine gekauft. 1955 musste sie wegen eines Feuers zeitweise bis 1963 geschlossen werden und eine zweite Mine wurde geöffnet. Fünf Jahre später im Jahre 1968 wurden dann beide Kohleminen stillgelegt. In dem unwegsamen Gelände wurden sogar Schinen verlegt, um die Kohle mithilfe von 4 Tonnen schweren Waggons abzutransportieren. Da der Abtransport mit den Schinenwagen zu lange dauerte und uneffizient war, wurde 1952 eine Straße gebaut.

Von der Mine aus geht es über freies Land mit sehr schönem Blick auf die Südalpen und den 3000m hohen Mt. Arrowsmith. Nach Südwesten hin der Blick auf Erewhon und den Rangitata River, bis man nach weiteren 2 Stunden die anscheinend neu gebaute Woolshed Creek Hut erreicht hat. Seinen Wasservorrat kann man entweder in der Hütte oder einfach in dem Woolshed Creek auffüllen. Zurück geht es dann über den etwas anstregenderen Mt. Somers Track. An dem „Bus Stop Overhang“ lässt sich der Kiwi-Humor erkennen, wer hier aber auf den Bus wartet, wartet allerdings sehr lange. Die Wolken zogen sich über den Südalpen immer mehr zu und die starken „Westerlies“ machten uns den 2 stündigen, steinigen und teilweise steilen Rückweg zum Parkplatz nicht gerade einfach. Alles in allem aber eine wirklich sehr schöne Tagestour. Hier könnt ihr euch die Broschüre von den Mt. Somers Tracks herunterladen.

Rohan und die weite Ferne

Screen Shot 2014-01-31 at 1.36.22 amJa OK, ich gebe es zu. Ich habe mir „The Lord of the Ring – Location Guidebook“ gekauft. Hier in Neuseeland gibt es wirklich wunderschöne Ecken und bei manchen muss einem einfach gezeigt werden, wo die ganz genau sind. Ich hätte mich damals nicht als besonderen Herr der Ringe Fan bezeichnet, aber wenn man einige Zeit in ‚Mittelerde‘ verbringt, dann kann man gar nicht anders. Die Drehorte sind über das ganze Land verteilt und man trifft immer wieder Menschen, die irgendwo als Rohirrim, Elfenkrieger oder Orc mitgewirkt haben. Die Töchter unserer Nachbarn z.B. waren Flüchtlinge, die nach dem Orc Überfall nach Edoras geflohen sind. Erkannt haben sie sich leider nicht im Film. Der Verkäufer von Kathmandu erzählte uns ganz stolz, dass er als Orc bei dem Helm´s Deep Angriff im 2. Teil mitgespielt hatte. Er war auch wirklich sehr groß.

1,5 Std. von Geraldine (A) entfernt liegt das von Samuel Butler beschriebene Erewhon (B) und das spektakuläre Rangitata Valley. (Adresse für´s Navi: 2846 Hakatere Potts Road, Ashburton Lakes 7771, Neuseeland) Man fährt zwar 17km über Schotterstraße und das Auto sieht danach aus wie S… aber es lohnt sich allemal. 11 Monate war es Arbeitsstätte für Aufbau- und Dreharbeiten. Gedreht wurde hier Edoras, die Hauptstadt von Rohan und Helm’s Deep. Die sich im Hintergrund erstreckenen Südalpen sowie die sehr windige Ebene mit einigen goldbraunen Grasbüschel haben schon etwas einzigartiges. Alte Gletscher haben das Gebiet geformt und ein Überbleibsel ist der Mt. Sunday. Auf diesem Hügel entstand Meduseld, König Theoden’s große Halle. Als wir dort oben standen, haben wir uns noch gedacht, was für ein großer logistischer Aufwand es gewesen sein muss, alles dorthin zu schaffen und aufzubauen. Leider ist von dieser Pracht nichts mehr zu sehen. Dennoch ein sehr beeindruckender und stiller Ort mit einer unglaublichen Weite und mächtigen Bergen. Da muss man den Machern von ‚The Lord of the Rings‘ wirklich danken, denn ohne sie hätte wir diesen Ort vermutlich nie besucht.

Es wird auch eine Tour von Christchurch angeboten, aber für $245 kann man da auch selber hinfahren. Man muss allerdings über einen kleinen Bach (Ford) fahren, also ist ein Geländewagen von Vorteil. Bei uns war der Bach trocken, was natürlich nicht immer so sein muss.

Erdbeben auf der Nordinsel

Gestern, am Montag den 20.01.2014 gab es im südlichen Teil der Nordinsel ein Erdbeben mit einer Stärke von 6,3 auf der Richterskala. Zu diesen Zeitpunkt waren wir bereits auf der Südinsel und haben nichts davon mitbekommen. Aber erst vor einer Woche sind wir durch das Gebiet gefahren.

Es ist zwar nichts Alltägliches für Neuseeländer, aber trotzdem geht man anscheinend schnell wieder zu dem normalen Geschehen über, wie der Reporter bei einem Hunderennen. Gerade noch gewackelt, gilt seine ganze Aufmerksamkeit und Berichterstattung schon wieder dem Rennen. Und die Hunde interessiert soweiso nur eins.

Was ein Erdbeben ist und was man in solch´ einem Fall machen muss, wird euch von Kindern erklärt:

Von der Nord- zur Südinsel

Screen Shot 2014-01-16 at 1.13.25 pmEndlich! Wir sind auf der Südinsel angekommen. Augrund einer 2-wöchigen, sehr willkommen Verzögerung in Raglan sind wir nun Mitte Januar auf die  Südinsel „umgezogen“. Mit vollgepacktem Auto ging es vom National Park (A), nachts mit der Fähre von Wellington (B) nach Picton (C) und dann weitere 7 Stunden runter nach Geraldine (D).

Bis auf die östlich vom Tongariro Park verlaufende SH1 fanden wir die Strecke nach Wellington nicht so interessant. Von der Desert Road (die im Winter auch schonmal Glatteis haben kann) hatten wir nämlich noch eine schöne Aussicht auf den zuvor erklommenen Berg. Aber achtet auf eure Geschwindigkeit!! 22km/h zu schnell kosten $170 ;) – Ich weiß leider wovon ich rede.

Pünktlich zum Sonnenuntergang um 20:40 kamen wir in der Hauptstadt an. Schnell hoch zum Mount Victoria Lookout, um die Stadt im Abendlicht besichtigen zu können. Wellington hat wegen der Hügel, geschwungene Straßenzüge und der alten victorianischen Häuser ein bisschen was von San Francisco. Gleichsetzen kann man Wellington mit der schönsten Stadt der Welt allerdings nicht. Es gibt 2 Firmen, die Fährverbindungen über die Cook-Strait anbieten. Unsere Fähre ging um 2 Uhr morgens, wir hatten also noch ein bisschen Zeit den Beehive, das Parliament und den Bahnhof anzuschauen und sind über die hochgeklappten Bordsteine geschlendert.

Die Fähre hatten wir schon lange im voraus buchen müssen. Da bei einem Schiff mitten in der Hochsaison die Schraube abgefallen war. Dementsprechend knapp waren die Plätze geworden. Wir checkten ein, typisch deutsch waren wir die Ersten und standen mit unserem Silverfarn am Dock und warteten. Dann ging eigentlich alles sehr schnell und alles war sehr gut organisiert. Rauf aufs Schiff, parken und Platz nehmen in den überraschend großzügigen und gemütlichen Sitzen. Innerhalb einer dreiviertel Stunde legten wir auch schon ab. Viele machten diesen Trip wahrscheinlich öfter, denn jeder zweite hatte ein Schlafsack mit dabei um sich über alle Sitzplätze hinzulegen. Der Platz war da, denn es fehlten die „einfachen Touristen“ ohne Auto. Man kann sich auch ein Bett mieten und für $40 p.P. finde ich es preislich auch noch akzeptabel für ein Schiff.

Nachteil an der nächtlichen Überfahrt war ganz klar, dass wir von den schönen Marlborough Sounds bis zum morgengrauen nichts mitbekommen haben. Angelegt in Picton fuhren wir vom Schiff und den State Highway 1 weiter südlich an der Ostküste entlang. In Kaikoura wollten wir wegen der schönen Schneckenhäuser  (Paua genannt) etwas länger bleiben, fanden den Ort aber äußerst unatraktiv, zu touristisch und auch die Benzinpreise waren völlig übertäuert. Also schnell weiter. An der Küste kann man überall anhalten und Seehunde (seals) beobachten, wenn man sie denn findet. Oft regungslos sehen sie nämlich aus wie Steine.

Christchurch haben wir erstmal ausgelassen. Das wollen wir in Ruhe und vor allem ausgeschlafen zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Aber warum überhaupt Geraldine. Der Hauptgund liegt darin, dass wir auch hier auf ein Haus eines NZ-Ehepaares aufpassen. Das Rentnerpaar ist nach Nelson gezogen, um auf ihren kranken Vater aufzupassen. Da sie das Haus nicht gerne über Monate alleine lassen, aber weiterhin flexibel sein wollen, haben sie eine Anzeige über kiwihousesitters geschaltet. Zum Glück haben wir den Zuschlag erhalten und können hier kostenlos wnen und müssen nur die Post nachschicken und den Rasen mähen. Geraldine liegt 140km südlich von Christchurch und hat 2200 Einwohner. Ein recht überschaulicher Ort also. Geographisch liegt es aber auch optimal, um die Südinsel intensiv bereisen zu können. Da wir hier auf keine Tiere aufpassen müssen, können wir gerne mehrere Tage unterwegs sein und das Haus als Basis nutzen. Genau, was wir gesucht haben! Da wir aber auch nicht ausschließlich zum Spaß hier sind, werden wir die nächsten Wochen dazu nutzen müssen, uns hier in der Gegend zu bewerben. Tourberichte gibt es dann nach und nach.

Eure Kiwis

Tongariro Alpine Crossing

Die Wetteraussichten sahen einige Tage zuvor wirklich gut aus, um die beste Tageswanderung in Neuseeland durchzuführen. Am Morgen des 12.01.2014 sah es mal wieder ganz anders aus. Wolkig und Nieselregen. Mit ca. 30 Kraxelwilligen ging es um 07:30 vom National Park Backpacker Hostel los. Wie bei einem Klassenausflug in der Grundschule mussten wir uns in eine Liste eintragen, damit wir unterwegs nicht verloren gingen. Die „Aufseherin“ sagte einem Ausflügler, dass er ohne Regenjacke nicht mit durfte, sodass er umdrehte und sich eine Jacke holte. “ Got your lunch?“

Unzählige weitere Hikers hatten sich am Mangatepopo Carpark eingefunden und wie Ameisen gingen alle hintereinander her. Die Strecke ist 19,4km lang und dauert 6-7 Stunden (ohne Fotopausen). Bekannt ist der Tongariro Nationalpark auch durch den Berg Ngauruhoe aus dem Film „Herr der Ringe“ als Mt. Doom (Schicksalsberg). Der Weg dorthin ist anfangs sehr gut ausgebaut und man kommt schnell voran. Danach ändert sich die leicht bewachsene Landschaft und wird karg, steinig und erfordert immer mehr Ausdauer, um weiterhin gut mithalten zu können. Der Track steigt sehr schnell an. Nach 3 Stunden hat man es zum höchsten Punkt geschafft. Leider gestatteten die vielen Wolken nur kurze Blicke auf die Berge und die Landschaft umzu. Zudem war es da oben wirklich richtig kalt. Wir waren zum Glück gut ausgestattet, aber Handschuhe wären nicht schlecht gewesen.

Nach einer längeren Pause und einigen Fotos steht man oberhalb der Emerald Lakes, dem zweiten Ziel der Wanderung. Und wieder unzählige Fotos. Aber es sieht auch wirklich schön aus. Von dort machten wir uns im kalten Wind aber mit Sonnenschein auf dem Weg zum Abstieg. Ziel war der circa 4 Stunden entfernte Carpark im Norden des Nationalparks.

Der gesamte Park ist Risikogebiet. Der letzte Ausbruch des Mt. Tongariro war erst im August 2012 am Te Maari Krater. Es gibt ein Ampelsystem, welches das Betretes des Gebietes bei akuter Aktivität verbietet. Ebenso wird man mehrfach darauf hingewiesen, keine Pausen zu machen und schnell durchzugehen. Die Folgen des letzten Ausbruchs können an einer Hütte auf dem Weg betrachtet werden, die von Einschlägen sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die umherfliegenden Gesteinsbrocken können tödlich sein. Eine leicht unterschwellige Beklemmung machte sich in der Magengegend breit, wenn man das sieht und sich vorstellt, dass es gerade in dem Moment anfangen könnte.

Die angegebene Zeit ist nur einzuhalten, wenn man einen schnellen Schritt einhält und keine Pausen macht. Um 16 Uhr ging unser Bus zurück zum Hostel, den Parkplatz erreichten wir mit sehr viel Schmerzen um genau 15:55. Schwund gab es auch bei uns, es fehlten 6 Personen von der Gruppe. Vielleicht ist es ja doch kein Schulausflug :)

Im Nachhinein hätte man vielleicht auch oberhalb der Emerald Lakes wieder umdrehen und zum Ausgangspunkt zurückgehen können. Der Abstieg zum nördlichen Carpark ist mit 4 Stunden sehr eintönig bis langweilig und die Knie werden es einem auch danken. Außerdem spart man sich die $30 p.P. für die Bustour. Ansonsten eine wirklich sehr schöne Tour, die ich gerne bei guten Wetter noch einmal machen würde. Kathi definitiv nicht….

Mt. Taranaki & New Plymouth

Am 10.01. stand etwas großes auf dem Programm. Die Besteigung des 2518m hohen Mt. Taranaki. Dieser Berg befindet sich südlich von New Plymouth im Egmont National Park. 2003 diente er wegen der Ähnlichkeit zum Mt. Fuji als Kulisse des Films „The Last Samurai“ mit Tom Cruise. Diese Tageswanderung (8-10 Stunden für 12,6km) begann am North Egmont Visitor Center über die Tahurangi Lodge. Obwohl am Morgen der Berg wolkenfrei gewesen ist, war der obere Teil ab 9 Uhr bereits eingehüllt. Geröll, Schnee und Eis machten den Aufstieg für mich leider nicht bis zur Spitze möglich, sodass ich 2 Stunden vor erreichen des Gipfels umkehren musste. Vielleicht schaffe ich den Aufsteig ein anderes mal. Da die Sicht weniger als 20m betrug, war es auch gar nicht so schlimm.

New Plymouth ist eine Mischung aus zeitgenössichen Bauwerken und Gebäuden aus der Kolonialzeit. Kunst wird groß geschrieben, überall sind Skulpturen zu sehen. Kunstausstellungen finden ebenfalls regelmäßig statt. Den 7km langen coastal walkway kann man auch schön ablaufen (wenn man am Tag vorher nicht gerade den Mt. Taranaki bestiegen hat).

Screen Shot 2014-01-13 at 7.57.53 amAuf dem Weg zum Tongariro National Park Village (C) fuhren wir den 158km langen „Forgotten World Highway“ auf der SH 43 entlang.  Früher war die Gegend relativ gut bevölkert und führte den Namen „Valley of Plenty“. Die Flut 1924 ließ die Gemeinden fast aussterben. Der Bau einer Eisenbahnlinie brachte vielen wieder Arbeit, nach der Fertigstellung begann die Emigration erneut. Der Highway ist einer der 10 schlechtesten Straßen in Neuseeland. Aufgrund des minimalen Verkehrsaufkommens wird sich daran auch nicht viel ändern. Ansonsten ist der 3-stündige Weg ohne Tankstelle immer einen Besuch wert. Leider war das Wetter an diesem Tag erneut verbesserungswürdig. Es geht über viele Hügel, Täler und verlassene Städte. Der berühmteste Ort ist wohl Whangamomona (B). 1989 erklärte sich der Ort nach einem Disput mit dem Manawatu-Wanganui Distrikt zur eigentständigen Republik mit gewähltem Präsidenten. Alle zwei Jahre im Januar wird der Unabhänigkeitstag gefeiert, leider nicht in dem Jahr unseres Besuches. Wer hier durchfahren sollte, muss unbedingt den Muffins porbieren. Die schmecken wie bei Muttern. Und der Kaffee ist auch sehr gut. Der ideale Muttermache für die restlichen Fahrt, zurück in die Zivilisation.

Waitomo Caves

Screen Shot 2014-01-12 at 5.14.26 pmNachdem wir noch einen weiteren Tag bei Geli und Claudia bleiben konnten, um besseres Wetter abzuwarten, haben wir unsere Tour am 09.01.2014 fortgesetzt. Diese führte uns von den Waitomo Caves (B) über den SH 43 (den Surfhighway) nach New Plymouth (C).

Eigentlich wollten wir in Hamilton an einem Super-Classic-Diner anhalten und den BBQ Burger mit Speck, Käse und Curly Fries essen, also ich wollte ihn essen, jedoch waren wir etwas knapp in der Zeit und 40 Minuten Wartezeit konnten wir leider nicht mehr einholen. Wir hatten nämlich Tickets für die Waitomo Caves und mussten uns dann alternativ mit einer der besten Fast-Food-Ketten (Carl´s Junior) begnügen. Was für ein Pech aber auch.

Die Höhlen von Waitomo bestehen größtenteils aus Kalkstein und werden auf 2 Millionen Jahre geschätzt. Gebildet haben sie sich durch Meerestierchen, die abgestorben und zusammengepresst wurden. Durch Eruptionen ist Wasser eingedrungen und hat die Höhlen ausgewaschen. In der Gegend gibt es rund 200 Höhlen, von denen 12 für den Tourismus erschlossen sind. Größere und kleinere Firmen bieten Führungen an. Die bekanntesten drei Caves sind die Glowworm, Ruakuri und Aranui Cave.

Die Glowworm Cave war den lokalen Maori schon länger bekannt, bis sie 1887 ausführlicher von einem Häuptling und einem Engländer untersucht wurden, sodass um 1900 immer mehr Touristen kamen. 1906 nahm sich die Regierung das Land und bewirtschaftete die Höhle selber. 1989 gab sie das Land und die Rechte wieder zurück an die Nachfahren des Häuptling. Viele Maori, ansonsten sehr von Arbeitslosigkeit geprägt, finden in dem Tourismus eine Anstellung. Die Führung beginnt mit den Kalksteinhöhlen selbst, in der sich überall Stalatiten und Stalagmiten über Jahrtausende  gebildet haben. Sie brauche 200 Jahre, um einen Zentimeter zu wachsen. Da in dieser Höhle auch der Waitomo River durchfließt, gibt es Glühwürmchen. Nicht die fliegenden (fireflies), sondern diese hängen von der Decke. Durch den Fluss kommen Insekten in die Höhle, die an der Decke einen vermeintlichen Sternenhimmel vorfinden. Fliegen sie nach oben, verfangen sie sich in den klebrigen Würmchen. Nach einigen Erläuterungen geht die Tour in einem Boot über den Fluss weiter. Dabei ist die Höhle mit den Glowworms komplett dunkel gehalten, damit die Würmchen auch in ihrer vollen Anzahl bestaunen kann. Wirklich eine einmalige Sache. Die Sterne zum greifen nah sozusagen. Abertausende kleine floureszierende Punkte an der Decke. Der Guide zieht das Boot langsam an einem Seil durch die Höhle. Sobald sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, lassen sich immer mehr Glühwürmchen erkennen. Am Ende des Tunnels erscheint langsam Tageslicht und die Tour ist damit abgeschlossen.

Die Ruakuri Höhle wurde vor 400-500 Jahren von einem jungen Maori entdeckt, als er von wilden Hunden angegriffen wurde und in die Höhle floh. Sie ist die längste begehbare der Caves und bringt dich hautnah an die Glühwürmchen heran. Das riesige Tunnelsystem ist wirklich beeindrucken und wirklich sehr gut ausgebaut.

Die Aranui Cave ist die jüngste Erschließung. 1910 von Ruruku Aranui entdeckt, als er auf Schweinejagd ging. Sie ist die kleinste, aber die schönste mit Stalagmiten, Stalagtiten und Steinformationen, ebenfalls aus Kalkstein. Hier gibt es keine Glühwürmchen zu sehen, da es keinen Wasserlauf mehr gibt. Die sogenannte Kathedrale bildet das Herzstück der Höhle und man glaubt es kaum, aber es gibt Menschen, die in dieser Höhle heiraten. Die Akkustik muss während der Zeremonie gigantisch sein.

Am Abend erreichten wir über den Surferhighway New Plymouth. Eingecheckt in die überraschend schlechte Jugendherberge, gingen wir noch an den Strand kurz nachdem die Sonne bereits untergegangen war.

Raglan und umzu…..

Der  2,4 Millionen Jahre alte Vulkanberg Mt. Karioi ist eine Besteigung wert. Es gibt zwei Wege zum Gipfel. Am ersten Tag haben wir es nur bis zum 2 Std. entfernten Lookout geschafft. An einen anderen Tag ging es dann komplett hinauf. Leider ist das Wetter sehr schnell umgeschlagen und hat den Berg in eine lange, weiße Wolke gehüllt.

Außerhalb von Raglan gibt es noch einen 55m hohen Wasserfall, den Bridal Veil Falls. Zu erreichen über eine leichte 15 Minuten Wanderung.

Wer hätte gedacht, dass Weihnachten schon wieder vor der Tür stand. Ist doch jedes Jahr wieder das Gleiche. Oskar (der Kater) hat einen kleinen Spielteddy mit Glöckchen bekommen. Wir bekamen einen Schokonikolaus von Lindt und natürlich diesen Neuseeland Trip.

Wir hoffen ihr hattet ebenso ein schönes Weihnachtsfest für euch und eure Familie.

Ja, ich habe Fisch gegessen. Normalerweise ess ich nur Thunfisch und Fischstäbchen. Aber der Bratfisch ist so lecker, dass selbst meine vegetarische Frau nicht wiederstehen konnte ;)  Die Pommes ist zwar nicht der Hit, aber nunja. Wer fischt, der darf für ein paar $ seinen Fang auch dort braten lassen und direkt am Hafen essen. Sonnenuntergänge lassen sich überall am Ort erleben. Besonders schön fanden wir ihn aber am Ngaranui Beach und etwa 20 Minuten außerhalb, wenn man die Whaanga Road entlang fängt zum Te Toto Carpark.

Welcome to Raglan

Über die Webseite Kiwihousesitters.co.nz haben wir eine Familie gefunden, die jemanden brauchte, der während ihres Urlaubs auf den Kater und das Haus aufzupasst – Weihnachtsurlaub in Norddeutschland. Das war natürlich genau das, was wir brauchten. Raus aus der Großstadt und rein in ein kleines entspanntes 2.500 Seelen Dörfchen. Raglan liegt ca. 2,5 Fahrstunden südlich von Auckland an der Westküste des Landes. Bekannt ist das Fleckchen vorallem durch die weltweit längste linksbrechende Pointbreak. Mit drei Surfspots und unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden perfekt für Beginner und Profis.

Was macht man also in 3 Wochen an diesem Ort? Der Strand Ngarunui Beach ist entweder in 30 Minuten über ein einsamen Waldpfad mit Lookout oder innerhalb von 5 Minuten mit dem Auto von unserem Häuschen zu erreichen. Hier mal ein paar Bilder von Raglan und umzu:

Am 22.12.2013 ging es nach Hamilton. Das soweit einzig interessante waren die Hamilton Gardens. Besser allerdings als die botanischen Gärten in Auckland.

Was haben wir also die ganze Zeit über gemacht? Wir haben es einfach in vollen Zügen genossen; das schöne Wetter, die tolle Landschaft, das herrliche Meer, den atemberaubenden Sternenhimmel und die unendliche Stille. Grandios.