Crazy Italian Guy

Seit Mitte September wohnen wir mit einer Familie von den Phillippinen zusammen. Dort haben wir ein Zimmer angemietet und teilen uns Küche und Bad. Das ganze nennt sich House Sharing. Es klappt auch sehr gut mit den 5 Kindern zwischen 12 Jahren und 10 Monaten.

Im Oktober kam dann Andrea, ein promovierter Forstwissenschaftler aus Italien, dazu, der den ganzen Tag mit einer Kettensäge bewaffnet auf Bäumen herum turnt. Eigentlich würde er die Bäume lieber retten, anstatt zu sie zu fällen. Er ist nämlich so etwas wie ein Baumdoktor.

Wenn er sich mal nicht wie Tarzan durch die Bäume hangelt, macht er zwischendurch seine Yoga-Übungen. Zur Freude der weiblichen Mitbewohnerinnen. Er macht dann ohne T-Shirt einen freien Kopfstand. Andrea Er sieht fast genauso aus wie unser virtueller Bauchmuskeltrainer:

Wir verstehen uns sehr gut mit ihm und teilen die Leidenschaft des Wanderns. Vor 2 Wochen bin ich mit ihm auf eine 4-5 stündige hiking-tour in den nahegelgenen Waitakere Regional Park gegangen. 20131124_103303Eine Woche später sagte er zu mir: „Kannst du dich noch an den großen Kauri Baum erinnern, an dem wir vorbei gekommen sind?“ (siehe Bild). „Da bin ich gestern hochgeklettert und habe dort übernachtet.“

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Ja, genau. So haben wir auch geschaut.

Da hockte er dann, 30m über dem Boden, gesichert mit einem Seil, bestückt mit einer Decke und etwas zu essen. Allerdings hatte er wegen des starken Windes nicht schlafen können. Dementsprechend froh war er, als endlich um 05:30 die Sonne aufging und er wieder nach Hause fahren konnte. Die Ranger haben abends zuvor  noch nach ihm gesucht. Sein Auto stand nach der Schließung des Parks natürlich noch auf dem Parkplatz,  aber er hat sich nichts anmerken lassen. Crazy Italian Guy.

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Gunpowder Plot

Am 5. November wird an das Gunpowder Plot (Pulververschwörung) von 1605 gedacht. Es war ein Versuch einiger britischer Katholiken, den König von England (Jakob I), seine Familie, die Regierung und alle Parlamentarier zu töten. Das Motiv war Rache am König, da dieser die katholische Bevölkerung unterdrückte und befahl, dass alle kath. Prister das Land verlassen mussten.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAufgrund des ausführenden Soldaten und Sprengstoffexperten Guy (Guido) Fawkes wird es auch häufig „Guy Fawkes´ Night“ genannt. Bis heute ist das versuchte Attentat in Großbritannien (und natürlich auch in seinen „Kolonien“) nicht vergessen. Man feiert jedes Jahr am 5. November das Scheitern des Komplotts mit einem Straßenumzug, in dem eine Guy Fawkes Puppe verbrannt und Feuerwerk angezündet wird.

Die jährliche Parlamentseröffnung beginnt mit einer Inspektion der Kellergewölbe unterhalb des House of Lords durch den Regenten. Ein Kinderreim ruft dieses Ereignis in Erinnerung:

“Remember, remember the Fifth of November
Gunpowder, treason and plot;
I know of no reason why gunpowder treason
Should ever be forgot.”

Guy Fawkes und die Verantwortlichen wurden am 30/31. Januar 1606 erhängt. Die nach ihm benannte Maske wurde Symbol des Internetkollektivs Anonymous und der Occupy-Bewegung.

Und wäre heute (5.11.2013) nicht der ganze Tag so verregnet gewesen, hätten wir bestimmt ein schönes Feuerwerk miterleben können :)

Tag 7: Kathi war in KatiKati

Am letztenScreen Shot 2013-10-26 at 6.26.16 pm Tag unserer einwöchigen Tour standen noch ein paar Wanderungen an. Zuerst ging es auf einer kurzen, einstündigen Wanderung zu den Kaiate Falls (A). Ein drei-stöckiger Wasserfall, der nach einem kurzen Bachlauf in einen kleinen See mündet. Schade, dass wir keine Badesachen dabei hatten :).

Danach ging es zurück zum Mount Maunganui (B), einer eigentständigen Stadt mit dem gleichnamigen Berg an der Nordspitze. Dass das Wetter innerhalb von kürzester Zeit umschlagen kann, haben wir hier erneut erfahren. Von  einer Minute auf die andere fing es wie aus Eimern an zu gießen. Schnell ins Auto verkrochen, haben wir noch zwei „gestrandete“ Niederländer Unterschlupf in unsem Wagen gewährt, die sich gerade mehr oder weniger unter einer Palme unterstellen wollten. Die beiden kamen aus Denekamp, 30km von unserem Heimatörtchen entfernt. Wieder mal ein Beispiel dafür, wie klein die Welt doch ist. Als Dank bekamen wir den meetup.com Tipp, eine online Plattform über die man sich zu gemeinschaftlichen Aktivitäten wie z. B. wandern, kochen, Filme schauen, etc. verabreden kann.

So schnell wie das Gewitter gekommen war, war es dann auch schon wieder vorbei und wir sind auf den Berg/Hügel gekrackselt. Man braucht ca. 45 Minuten für den Aufstieg. Der Abstieg geht logischerweise etwas schneller. Der Weg führt fast einmal um den ganzen Berg herum, sodass man nach und nach eine sehr schöne Aussicht über die ganze Bay of Plenty bekommt. Auch hier sind wieder einige Kiwis hochgejoggt. Man haben wir uns schlecht gefühlt. Hier muss man sich echt fit halten, will man dazu gehören. Und die Fotos zeigen, was für eine schöne Gegend es ist und warum die Bay ihren Namen zu recht trägt….Ach ja, dort eines Tages wohnen, das wäre doch was….

Nach dem Abstieg sind wir erneut zu unserem Dönermann gefahren. Nach dem leckeren Kebap ging es dann weiter zum Elms Mission Station House (C). Es ist das älteste Gebäude in der Bay of Plenty, erbaut vom englischen Missionar Archdeacon Brown (1803-1884). Er verbreitete das Christentum unter den Maori und lehrte ihnen das Lesen und Schreiben. Eine schön gepflegte Anlage, aber für den europäischen Touristen nichts Besonderes, da es für unseren Geschmack doch noch recht jung ist. Können wir doch auf eine weit in die Vergangenheit reichende Geschichte zurück blicken. Da die englischen Neuseeländer keine eigene alte Kultur und Gebäude haben, ist alles älter 150 Jahre anscheinend besonders erwähnenswert. Wir haben uns aber mit den Damen, die die Führung mit äußester Leidenschaft gemacht haben, sehr nett unterhalten. Um ehrlich zu sein, haben sie uns kaum wieder gehen lassen und immer wieder neue Geschichten über die Familie erzählt. War aber dennoch wirklich interessant.

Auf dem Weg nach Auckland sind wir an zwei interessanten Orten vorbei gekommen. Erstmal Bethlehem. Da haben Josef und Maria doch eine größere Strecke aus dem alten Palestina zurück gelegt, als bisher angenommen. Und dann waren wir noch in Katikati, was Katharina natürlich sehr schön fand. In der Nähe von Katikati gingen wir erneut auf eine ca. 40 minütige Wanderung zu einem großen alten Kauri Baum (D). Die Kauris sind in einigen Teilen von Northland von einem Virus befallen, dem sog. „Kauri dieback„. Daher immer schön die Schuhe säubern, wenn man Wandergebiete betritt oder verlässt, um den Virus nicht weiter zu verbreiten. Bisher gibt es noch keine Heilung für den Baum.

Der Waihi Beach (E) ist ein beliebtes Ausflugsziel nördlich von Tauranga, wo wir auch nochmal angehalten haben. Nach dem Sonnenuntergang ging es ohne Stopp zurück nach Auckland. Auf dem Mount Eden und unterhalb der Harbour Bridge konnten wir dann ein paar schöne Fotos von Auckland in der Nacht machen.

Wir freuen uns schon auf den nächsten Urlaubstrip.

Eure Kiwis

Rugby: Harbour vs. Otega

ITM_CupBereits am 05.10.2013 haben wir unser erstes Rugby Spiel im hiesigen Sportstadium gesehen. Ein Spiel im ITM Cup Championship. Das lokale North Harbour gegen Otago, die Südinsulaner aus Dunedin.

Als wir zum Stadium gingen, bekamen wir netterweise ein Freiticket geschenkt, sodass wir nur noch ein Ticket kaufen mussten. Die Zuschauerbeteiligung war eher die eines Regionalligaspiels beim DFB, Harbour war als Letztplatzierter sowieso nicht der Favorit. Die Fans waren trotzdem sehr gut drauf und feuerten ihr Team so gut es nur ging an.

Zur Halbzeit nach 40 Minuten stand es 13:23 für Otago. Die gesparten $15 für ein Ticket wurden sogleich in zwei Bier der Marke Speight´s investiert. Die genauen Regeln beim Rugby blieben uns trotz Google weiterhin etwas verwehrt. Erstmal gibt es zwei verschiedene Rugby-Vereine (Rugby-Union und Rugby-League). Die „general rules“ sind gleich, Unterschiede gibt es in den „specific rules“ und im Punktesystem.

Beide Teams erzielten noch einige Punkte. Den Rückstand konnte Harbour aber nicht mehr aufholen, sodass das Spiel beim Abpfiff 23:37 für Otago ausging. Abschließend muss ich sagen, dass mir American Football besser gefällt. Neuseeland ist eben ein britisch geprägtes Land und so auch die Sportarten.

Nach dem Spiel ging es noch zum „The Merchant“, dort war Oktoberfest angesagt und wir konnten ein frisch gezapftes Erdinger genießen.

Spring finally arrived – Shakespear Regional Park

Shakespear RPEndlich hat der Frühling Einzug in NZ gehalten und wir haben das gute Wetter genutzt, um die Gegend um Auckland herum weiter zu erkunden. An diesem Tag besuchten wir den Shakespear Regional Park. Die Wanderung (Rundgang) dauert ca. 4 Stunden und führt durch tropische Wälder mit Wasserfällen und kleinen Bächen, über Schafwiesen (unzählige Häufchen inklusive) und an weißen Stränden entlang. Der Wanderpfad eignet sich auch für Familien mit Kindern, da die Wege sehr gut ausgebaut sind. Verlaufen kann man sich auch nicht. Es gibt in regelmäßigen Abständen Pfeiler, die den Weg markieren. Der Regional Park bietet auch einen Camping Platz mit sanitären Anlagen.

Der Park ist nach der Wiliam Shakespear Familie benannt, welche das Gebiet 1880 von lokalen Maori gekauft haben. Während des 2. Weltkrieges übernahm die Armee ein Teil der Halbinsel, um Auckland gegen japanische Bedrohungen zu schützen. 1967 kaufte das Auckland Regional Council das restliche Land von der Shakespeare Familie.

Die Wanderung an sich bietet einen traumhaften Ausblick über grüne Hügel und Wälder, im Hintergrund der Pazifik und die Skyline von Auckland. Wir waren überwältigt von dieser wunderschönen Landschaft. Viel haben wir im Vorfeld über Neuseeland gelesen, über die schöne und abwechslungsreichen Landschaft, doch es mit eigenen Augen zu sehen ist nochmal etwas ganz anderes. Es werden auch häufig Superlative verwendet, um der einzigartigen Landschaft gerecht werden zu können und ich muss sagen, dass es nicht übertrieben ist. Sie ist unvergleichlich. Erst liefen wir durch einen tropischen Wald mit einem kleinen Wasserfall. Als wir aus dem Wald heraustraten, hatten wir das Gefühl wir sind in Irland. Saftige Wiesen mit weidenden Schafen. Als wir den Hügel erreichten, konnten wir den in der Sonne türkisschimmernden Pazifik sehen.

Wir versuchen immer wieder die schöne Landschaft in Bildern einzufangen, aber das ist nicht immer möglich. Wir hoffen dennoch, euch einen Eindruck vermitteln zu können und vielleicht den einen oder anderen auf dem Geschmack zu bringen……

Botanischer Garten – Auckland

botanicgardenIn Manurewa, 20 Minuten süd-östlich der Innenstadt von Auckland, können Pflanzenliebhaber kostenfrei den Botanischen Garten (A) besuchen. Der Botanische Garten ist 64 Hektar groß. Es gibt mehr als 8.000 verschiedene Pflanzenarten. Jede Woche wird die “Pflanze der Woche” vorgestellt und man kann sich eine kleine Ausstellung zum Thema Kräuter und ihre medizinischen Wirkungen anschauen. Darüber hinaus gibt es einen Zierteich, einen Naturlehrpfad sowie einen großzügig angelegten Rosengarten. Leider blühten die Rosen bei unserem Besuch noch nicht, aber wir wollen in einigen Wochen nochmals dort hinfahren, um uns die Rosenblühte anzuschauen. Ein besonderes Highlight an diesem Tag war die Kirschblüte….

Waitakere Ranges Regional Park

Waitarekere Park und Bethells BeachArataki Visitor Centre (A)

Das Arataki Visitor Centre bietet die Möglichkeit, sich über die unzähligen Wanderwege des Waitakere Ranges Regional Park zu informieren. Wie überall auch, sind die Mitarbeiter dort absolut nett und hilfsbereit. Ein Besuch des Centers lohnt sich allein schon für diesen Ausblick…..

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Eine ganz besondere Herausforderung bietet der sog. Hillary Trail. Dieser Trail ist 70km lang und recht anspruchsvoll. Die Wanderung dauert ca. 4 Tage. Es gibt zwar Übernachtungsmöglichkeiten, doch wer es authentisch und herausfordernd mag, sollte ein Zelt und alle weitere Campingutensilien mitnehmen, im Rücksack versteht sich.  Es gibt auf dieser Tour einige wenige Möglichkeiten sich mit Lebensmittel einzudecken, doch den Großteil sollte man im Vorfeld einpacken. Das ist nichts für Weicheier und Luxusschnecken….Mal sehen, wann wir den Trail ablaufen :-)

Bethells Beach (B)

Die Westküste von Auckland besteht aus bis über 300 Meter hohen Klippen, die gelegentlich von Stränden unterbrochen werden. Die Klippen entstanden durch Erosion von altem vulkanischen Konglomerat und Lavaströmen, die vor 12 bis 25 Millionen Jahren abgelagert wurden (Quelle: Wikipedia). Aufgrund des Vulkangesteins sind die Strände dort nicht weiß-, sondern schwarzsandig. Daher absolut sehenswert. Gesäumt werden die Strände von dichten, wildwachsenden Wäldern.

Als wir den Strand besucht haben, hingen Nebelschwaden über den Wäldern und die Tasman See schlug hohe Wellen. Es war kaum eine Menschenseele am Strand. Die Bilder sprechen für sich….

Auckland ist einer der lebenswertesten Städte der Welt

Jährlich gibt es Firmen, die Berichte über die lebenswertesten Städte der Welt herausbringen. Drei Beispiele von Unternehmen sind die Economist Intelligence Unit (Liveability Ranking and Overview), Mercer (Quality of Living Survey) und Monocle (Most Livable Cities Index). Der EIU wird allerdings kritisiert, weil a) die Lebenshaltungskosten nicht hereingerechnet werden und b) die englische Sprache mit „lebenswert“ gleichgesetzt wird und somit zu anglozentrisch orientiert ist.

Untersucht werden z. B. Sicherheit, Bildung, Hygiene, Gesundheit, Kultur, Umwelt, Erholung, Klima, Toleranz, Öffentlicher Nahverkehr, Lebenshaltungskosten und noch andere Dinge.

Da ich leider nicht die Zeit habe, eigene Umfragen zu machen, habe ich einfach die Platzierungen von den Firmen Mercer (Liste von 2012) und Moncole (Liste von 2013) genommen und Durchschnittswerte gebildet. Herausgekommen ist Andreas´ Liste der lebenswertesten Städte weltweit :)

Platz 1: Wien (Österreich)
Platz 2: Zürich (Schweiz)
Platz 3: Kopenhagen (Dänemark)
Platz 4: München (Deutschland)
Platz 5: Auckland (Neuseeland)
Platz 6: Sydney (Australien)
Platz 7: Melbourne (Australien)
Platz 8: Vancouver (Kanada)
Platz 9: Düsseldorf (Deutschland)
Platz 10: Stockholm (Schweden)

Wenn ihr also nach einer neuen Stadt zum Leben sucht, dann schaut euch vorher die Listen der lebenswertesten Städte an.

Matakana Farmer´s Market und Puhoi

Matakana und PuhoiSchlechtes Wetter soll uns nicht daran hindern, etwas zu unternehmen. Und derzeit regnet es sehr viel. Doch da wir nun „mobil“ sind, haben wir uns am Wochenende nach Matakana (A) aufgemacht, 73km nördlich von Auckland. In dem verschlafenen Dörfchen gibt es einen netten kleinen Bauernmarkt. (geöffnet Samstags 8:00 – 13:00 Uhr)

Wir waren etwas überrascht als uns auf dem Motorway 1 eine Tollstation angezeigt wurde. Es wird allerdings auch eine kostenfreie Route über Orewa angeboten, welche zwar 4 km länger, aber dafür viel schöner ist, da sie an der Ostküste entlang führt und man dadurch tolle Aussichten hat.

Hier ein paar Eindrücke:

Der Bauernmarkt ist natürlich eine touristische Attraktion, welche sich gut herumgesprochen hat. Trotz vieler Touristen eine sehr schöne Sehenswürdigkeit. In der Gegend soll es auch herrliche Strände geben, die wir wegen dem doch etwas trüben Wetter (noch) nicht besucht haben.

Auf der Rückfahrt haben wir in einer alten böhmischen Siedlung (B) angehalten. Die Siedlung Puhoi wurde 1863 von Einwanderern aus dem damaligen Böhmen, der heutigen Tschechischen Republik, gegründet. Die Siedlung zählt heute zu den wenigen historischen Orten in Neuseeland, in denen Geschichte, Tradtion und Brauchtum der Siedler jener Tage noch aktiv gepflegt werden. Damals dauerte eine Überfahrt mit dem Schiff noch 3 – 5 Monate. Auf dem örtlichen Friedhof finden sich die Auswanderer und die Nachkommen mit ihren altdeutschen Namen wieder.

Nachtrag am 28.09.2013: Ein guter Hinweis kam von dem Egerlandmuseum. Der Egerländer Dialekt hat sich z. T. in Puhoi erhalten und wird dort offenbar bis heute noch gepflegt. (Link)

Wir haben ein Auto gefunden – endlich!

Nicht, dass wir die ersten 2 Wochen völlig aufgeschmissen waren, aber nun endlich ein eigenes Auto zu haben, ist schon etwas Feines. Unser „neuer Gebrauchter“ ist ein Mitsubishi Diamante von 2002, 156.000km auf der Uhr, 3497cc und hat mit 211 PS also einges an Power unter der Haube. Stark genug, um ein Caravan die neuseeländischen Hügel hinauf zu ziehen.

Nun stand der Wagen nicht direkt vor unser Haustür. In der Gegend gab es unter anderem das Auktionshaus Turners, von dem ich bereits berichtet habe. Dort waren wir drei mal, um uns potentiellen Wagen anzuschauen, um eine Auktion erstmal informativ mitzumachen und um dann ggf. mitzubieten. Hat leider nicht so ganz geklappt. Wir haben uns nicht so richtig getraut :/

IMG_0544Gestern haben wir uns dann ein Auto gemietet, um diverse Autohändler abzuklappern. Oh ja, Linksverkehr. Nach kleinen anfänglichen Schwierigkeiten, habe ich mich relativ  schnell daran gewöhnt. Auch wenn ich beim Abbiegen den  Scheibenwischer trotz Sonnenschein ab und zu angemacht habe. Jeder weiß dann aber sofort bescheid und hält Abstand :)

Wir hatten ein Budget von circa 4000,- $ und nach vielem Hin und Her verließ uns so langsam der Mut. Ein Autohändler hatte uns den Mund süß gemacht mit einem Wagen, der unseren Vorstellungen entsprochen hätte, der aber noch geliefert werden sollte. Er würde sich bei uns melden. Nach dreimaligem Nachfragen, haben wir uns doch ziemlich verarscht gefühlt und einen Haken dran gemacht.

IMG_0551Aus lauter Frust sind wir dann zu dem tollen deutschen Bäcker gefahren, der in der Nähe seine Backstube hat und von dem alle deutschen Kiwis schwären. Unser Besuch wurde mit leckeren Brezeln und festem, saftigem und eben nicht fluffigem Brot belohnt. Gerade mal zwei Wochen in NZ und schon Sehnsucht nach den deutschen Backwaren. Einfach herrlich und sicherlich nicht unser letzter Besuch. Diehl´s Bäckerei liegt in einem unscheinbaren Hinterhof. Ingo Diehl ist schon 69 und wollte vor Jahren bereits aufhören zu backen. Die deutschen Kiwis in Auckland haben ihn aber nicht gelassen und so macht er munter weiter Schwarzbrot und vernünftige Brötchen. Dazu hat er sich Verstärkung aus Deutschland geholt.

….Jeder der da rauskommt hat auch erstmal direkt ein Brezel im Mund….wirklich amüsant….

IMG_0563Dann sind wir doch noch an einen vielversprechenden Autohof (U-Sell) vorbeigekommen, wo private Verkäufer ihr Auto abstellen und über einen Zwischenhändler anbieten können. Auch mit diesem Händler haben wir uns sehr gut verstanden, weil er mal für 2 Jahre in den Niederlanden und Deutschland unterwegs gewesen ist. Recht schnell viel unser Auge auf den Mitsubishi und wir haben den Deal klar gemacht. Noch schnell einen neuen TÜV machen lassen und wir hatten endlich ein gescheites Auto gekauft. Dies hoffen wir zumindest. Ganz sicher kann man sich beim Autokauf ja nie sein. Auf jeden Fall freuen wir uns über unseren tollen Flitzer!

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Nachtrag 05.10.2013: Wir hatten eine Umfrage gemacht, wie unser Wagen heißen soll. Es gab viele witzige Vorschläge. Entschieden haben wir uns dann aber doch für „Silberfarn“, die Nationalpflanze von Neuseeland.