Otago

Mit den beiden Weltenbummlern  (a.k.a. Marie, Herbert oder Schlund) haben wir ein paar schöne Tage in Geraldine verbracht. Nach 7 Wochen mit Zelt und Jeep durch Australien erkunden sie nun Neuseeland. Wir freuen uns immer über Gäste, insbesondere wenn wir sie nach so vielen Jahren wieder sehen.

Da sie noch ein paar Tage auf ihren Campervan warten mussten – jeder bereist um diese Zeit anscheinend Neuseeland – freuten wir uns einige Tage mit ihnen verbringen zu können. Zuerst ging es nochmal zum Lake Tekapo und in die Hot Pools. Damit hatten wir schon bei unserem ersten Besuch geliebäugelt. Drei Pools zwischen 36°C und 40°C lassen einen so richtig gut entspannen.

Diesmal war auch die Kirche zum guten Hirten geöffnet, sodass wir einen kleinen Blick hinein schauen konnten (auch ein guter Name für ein Gasthof). Natürlich ging es wieder auf den Berg mit der Sternwarte, um einen fantastischen Rundblick zu bekommen.

Für den nächsten Tag stand Dunedin auf dem Programm. Auf dem State Highway 1 ging es zunächst knappe 2 Stunden in südlicher Richtung zu den Moeraki Boulders. Eine Spielwiese am Strand, wo die Riesen von damals ihre Murmeln vergessen haben. Die kugelrunden Steine haben einen Durchmesser von bis zu 2,2m, wiegen mehrere Tonnen und sind bis zu 60 Millionen Jahre alt. Nach einem Strandspaziergang ging es weiter.

Warum mich dieses Land immer wieder positiv überrascht, erlebe ich an den ungewöhnlichsten Orten. Heute war es an einer Straßenbaustelle. Eine Straßenseite wurde neu asphaltiert und anstatt von einer unpersönlichen Ampelanlage angehalten zu werden, wird in Neuseeland der Verkehr fast ausschließlich noch „von Hand“ geregelt. Die von oben bis unten vollgestaubte gute Frau mit ihrem Stoppschild in der Hand kam freudig auf uns zu, fragte wie es uns ginge, entschuldigte sich wegen der Verzögerung und drückte jedem von uns einen Lolli in die Hand. Wir kamen aus dem Stauen überhaupt nicht mehr raus. Wo gibt es denn bitte so etwas!?! Einfach nur geil.

Dunedin wurde 1848 gegründet, bedeutet „Festung am Hügelhang“ und stellt die anglisierte Form des schottisch-gälischen Namens „Dùn Èideann“ für Edinburgh dar. Highlight bei der definitiv zu kurzen Stadtbesichtigung war die Schokoladenfabrik Cadbury. Wenn man sich nicht ganz dumm anstellt bei der Tour, geht man mit vielen kleinen Leckereien nach Hause :) Irgendwie muss man das Geld wieder reinbekommen. Uns hat Dunedin auf den ersten Blick sehr gefallen, vorallem die alten Gebäude wie der Bahnhof. Angeblich ist es nach der Sydney Oper in Australien, das meist fotografierte Gebäude in Australasien. Es wundert mich auch etwas, denn so viele Touristen kommen nunmal nicht ganz in den Süden von Neuseelands. Irgenwie bleibt man wohl eher an den größeren Städten kleben. Dennoch ein sehr schönes altes Backsteingebäude.

Advertisements

Rugby: Harbour vs. Otega

ITM_CupBereits am 05.10.2013 haben wir unser erstes Rugby Spiel im hiesigen Sportstadium gesehen. Ein Spiel im ITM Cup Championship. Das lokale North Harbour gegen Otago, die Südinsulaner aus Dunedin.

Als wir zum Stadium gingen, bekamen wir netterweise ein Freiticket geschenkt, sodass wir nur noch ein Ticket kaufen mussten. Die Zuschauerbeteiligung war eher die eines Regionalligaspiels beim DFB, Harbour war als Letztplatzierter sowieso nicht der Favorit. Die Fans waren trotzdem sehr gut drauf und feuerten ihr Team so gut es nur ging an.

Zur Halbzeit nach 40 Minuten stand es 13:23 für Otago. Die gesparten $15 für ein Ticket wurden sogleich in zwei Bier der Marke Speight´s investiert. Die genauen Regeln beim Rugby blieben uns trotz Google weiterhin etwas verwehrt. Erstmal gibt es zwei verschiedene Rugby-Vereine (Rugby-Union und Rugby-League). Die „general rules“ sind gleich, Unterschiede gibt es in den „specific rules“ und im Punktesystem.

Beide Teams erzielten noch einige Punkte. Den Rückstand konnte Harbour aber nicht mehr aufholen, sodass das Spiel beim Abpfiff 23:37 für Otago ausging. Abschließend muss ich sagen, dass mir American Football besser gefällt. Neuseeland ist eben ein britisch geprägtes Land und so auch die Sportarten.

Nach dem Spiel ging es noch zum „The Merchant“, dort war Oktoberfest angesagt und wir konnten ein frisch gezapftes Erdinger genießen.