Mt. Somer´s Track

Screen Shot 2014-01-31 at 1.41.40 amWir mögen die frische Seeluft, allerdings mögen wir auch das Wandern. Wo man in Deutschland mehrere hundert km fahren muss, um entweder das eine oder das andere zu haben, reicht hier nur 1 Autostunde aus. Die einzigartige Topografie Neuseelands war auch ein Grund, warum wir uns für dieses Land entschieden haben.

Unser Nachbar hat bei einem Abendessen mal gesagt, wir sollen das Wetter hier so nehmen wie es kommt. Wenn es dann auch noch schön sonnig ist, dann ist es ein Bonus. An einem Sonnentag haben wir unsere Wanderschuhe angezogen und sind zum Mount Somers gefahren, dem „Canterbury walkers´ mecca“, wie es Mark Pickering in seinem Wanderbuch „202 Great Walks“ beschreibt. Es sollte Recht behalten. Die Strecke über den Scienic Highway 72 hat mich schon auf der Hinfahrt sehr beeindruckt. Um den Berg Somers gibt es mehrere Wanderwege, die aufgeteilt oder an 2 Tagen mit Übernachtungen in 2 möglichen „Huts“ abgelaufen werden können. Wir haben eine Tagestour von ca. 6 Stunden (7km) daraus gemacht.

Vom Parkplatz aus ging es den an sich einfachen, aber am Ende hin etwas anstrengenden 60 minütigen Miners Track zu einer verlassenen Kohlemine hoch. Die Mine wurde 1929 eröffnet, war aber schon 1 Jahr später bankrott. Einige ehemalige Arbeiter haben sich zusammen getan und die Schürfrechte an der Mine gekauft. 1955 musste sie wegen eines Feuers zeitweise bis 1963 geschlossen werden und eine zweite Mine wurde geöffnet. Fünf Jahre später im Jahre 1968 wurden dann beide Kohleminen stillgelegt. In dem unwegsamen Gelände wurden sogar Schinen verlegt, um die Kohle mithilfe von 4 Tonnen schweren Waggons abzutransportieren. Da der Abtransport mit den Schinenwagen zu lange dauerte und uneffizient war, wurde 1952 eine Straße gebaut.

Von der Mine aus geht es über freies Land mit sehr schönem Blick auf die Südalpen und den 3000m hohen Mt. Arrowsmith. Nach Südwesten hin der Blick auf Erewhon und den Rangitata River, bis man nach weiteren 2 Stunden die anscheinend neu gebaute Woolshed Creek Hut erreicht hat. Seinen Wasservorrat kann man entweder in der Hütte oder einfach in dem Woolshed Creek auffüllen. Zurück geht es dann über den etwas anstregenderen Mt. Somers Track. An dem „Bus Stop Overhang“ lässt sich der Kiwi-Humor erkennen, wer hier aber auf den Bus wartet, wartet allerdings sehr lange. Die Wolken zogen sich über den Südalpen immer mehr zu und die starken „Westerlies“ machten uns den 2 stündigen, steinigen und teilweise steilen Rückweg zum Parkplatz nicht gerade einfach. Alles in allem aber eine wirklich sehr schöne Tagestour. Hier könnt ihr euch die Broschüre von den Mt. Somers Tracks herunterladen.

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Crazy Italian Guy

Seit Mitte September wohnen wir mit einer Familie von den Phillippinen zusammen. Dort haben wir ein Zimmer angemietet und teilen uns Küche und Bad. Das ganze nennt sich House Sharing. Es klappt auch sehr gut mit den 5 Kindern zwischen 12 Jahren und 10 Monaten.

Im Oktober kam dann Andrea, ein promovierter Forstwissenschaftler aus Italien, dazu, der den ganzen Tag mit einer Kettensäge bewaffnet auf Bäumen herum turnt. Eigentlich würde er die Bäume lieber retten, anstatt zu sie zu fällen. Er ist nämlich so etwas wie ein Baumdoktor.

Wenn er sich mal nicht wie Tarzan durch die Bäume hangelt, macht er zwischendurch seine Yoga-Übungen. Zur Freude der weiblichen Mitbewohnerinnen. Er macht dann ohne T-Shirt einen freien Kopfstand. Andrea Er sieht fast genauso aus wie unser virtueller Bauchmuskeltrainer:

Wir verstehen uns sehr gut mit ihm und teilen die Leidenschaft des Wanderns. Vor 2 Wochen bin ich mit ihm auf eine 4-5 stündige hiking-tour in den nahegelgenen Waitakere Regional Park gegangen. 20131124_103303Eine Woche später sagte er zu mir: „Kannst du dich noch an den großen Kauri Baum erinnern, an dem wir vorbei gekommen sind?“ (siehe Bild). „Da bin ich gestern hochgeklettert und habe dort übernachtet.“

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Ja, genau. So haben wir auch geschaut.

Da hockte er dann, 30m über dem Boden, gesichert mit einem Seil, bestückt mit einer Decke und etwas zu essen. Allerdings hatte er wegen des starken Windes nicht schlafen können. Dementsprechend froh war er, als endlich um 05:30 die Sonne aufging und er wieder nach Hause fahren konnte. Die Ranger haben abends zuvor  noch nach ihm gesucht. Sein Auto stand nach der Schließung des Parks natürlich noch auf dem Parkplatz,  aber er hat sich nichts anmerken lassen. Crazy Italian Guy.

Tag 7: Kathi war in KatiKati

Am letztenScreen Shot 2013-10-26 at 6.26.16 pm Tag unserer einwöchigen Tour standen noch ein paar Wanderungen an. Zuerst ging es auf einer kurzen, einstündigen Wanderung zu den Kaiate Falls (A). Ein drei-stöckiger Wasserfall, der nach einem kurzen Bachlauf in einen kleinen See mündet. Schade, dass wir keine Badesachen dabei hatten :).

Danach ging es zurück zum Mount Maunganui (B), einer eigentständigen Stadt mit dem gleichnamigen Berg an der Nordspitze. Dass das Wetter innerhalb von kürzester Zeit umschlagen kann, haben wir hier erneut erfahren. Von  einer Minute auf die andere fing es wie aus Eimern an zu gießen. Schnell ins Auto verkrochen, haben wir noch zwei „gestrandete“ Niederländer Unterschlupf in unsem Wagen gewährt, die sich gerade mehr oder weniger unter einer Palme unterstellen wollten. Die beiden kamen aus Denekamp, 30km von unserem Heimatörtchen entfernt. Wieder mal ein Beispiel dafür, wie klein die Welt doch ist. Als Dank bekamen wir den meetup.com Tipp, eine online Plattform über die man sich zu gemeinschaftlichen Aktivitäten wie z. B. wandern, kochen, Filme schauen, etc. verabreden kann.

So schnell wie das Gewitter gekommen war, war es dann auch schon wieder vorbei und wir sind auf den Berg/Hügel gekrackselt. Man braucht ca. 45 Minuten für den Aufstieg. Der Abstieg geht logischerweise etwas schneller. Der Weg führt fast einmal um den ganzen Berg herum, sodass man nach und nach eine sehr schöne Aussicht über die ganze Bay of Plenty bekommt. Auch hier sind wieder einige Kiwis hochgejoggt. Man haben wir uns schlecht gefühlt. Hier muss man sich echt fit halten, will man dazu gehören. Und die Fotos zeigen, was für eine schöne Gegend es ist und warum die Bay ihren Namen zu recht trägt….Ach ja, dort eines Tages wohnen, das wäre doch was….

Nach dem Abstieg sind wir erneut zu unserem Dönermann gefahren. Nach dem leckeren Kebap ging es dann weiter zum Elms Mission Station House (C). Es ist das älteste Gebäude in der Bay of Plenty, erbaut vom englischen Missionar Archdeacon Brown (1803-1884). Er verbreitete das Christentum unter den Maori und lehrte ihnen das Lesen und Schreiben. Eine schön gepflegte Anlage, aber für den europäischen Touristen nichts Besonderes, da es für unseren Geschmack doch noch recht jung ist. Können wir doch auf eine weit in die Vergangenheit reichende Geschichte zurück blicken. Da die englischen Neuseeländer keine eigene alte Kultur und Gebäude haben, ist alles älter 150 Jahre anscheinend besonders erwähnenswert. Wir haben uns aber mit den Damen, die die Führung mit äußester Leidenschaft gemacht haben, sehr nett unterhalten. Um ehrlich zu sein, haben sie uns kaum wieder gehen lassen und immer wieder neue Geschichten über die Familie erzählt. War aber dennoch wirklich interessant.

Auf dem Weg nach Auckland sind wir an zwei interessanten Orten vorbei gekommen. Erstmal Bethlehem. Da haben Josef und Maria doch eine größere Strecke aus dem alten Palestina zurück gelegt, als bisher angenommen. Und dann waren wir noch in Katikati, was Katharina natürlich sehr schön fand. In der Nähe von Katikati gingen wir erneut auf eine ca. 40 minütige Wanderung zu einem großen alten Kauri Baum (D). Die Kauris sind in einigen Teilen von Northland von einem Virus befallen, dem sog. „Kauri dieback„. Daher immer schön die Schuhe säubern, wenn man Wandergebiete betritt oder verlässt, um den Virus nicht weiter zu verbreiten. Bisher gibt es noch keine Heilung für den Baum.

Der Waihi Beach (E) ist ein beliebtes Ausflugsziel nördlich von Tauranga, wo wir auch nochmal angehalten haben. Nach dem Sonnenuntergang ging es ohne Stopp zurück nach Auckland. Auf dem Mount Eden und unterhalb der Harbour Bridge konnten wir dann ein paar schöne Fotos von Auckland in der Nacht machen.

Wir freuen uns schon auf den nächsten Urlaubstrip.

Eure Kiwis

Spring finally arrived – Shakespear Regional Park

Shakespear RPEndlich hat der Frühling Einzug in NZ gehalten und wir haben das gute Wetter genutzt, um die Gegend um Auckland herum weiter zu erkunden. An diesem Tag besuchten wir den Shakespear Regional Park. Die Wanderung (Rundgang) dauert ca. 4 Stunden und führt durch tropische Wälder mit Wasserfällen und kleinen Bächen, über Schafwiesen (unzählige Häufchen inklusive) und an weißen Stränden entlang. Der Wanderpfad eignet sich auch für Familien mit Kindern, da die Wege sehr gut ausgebaut sind. Verlaufen kann man sich auch nicht. Es gibt in regelmäßigen Abständen Pfeiler, die den Weg markieren. Der Regional Park bietet auch einen Camping Platz mit sanitären Anlagen.

Der Park ist nach der Wiliam Shakespear Familie benannt, welche das Gebiet 1880 von lokalen Maori gekauft haben. Während des 2. Weltkrieges übernahm die Armee ein Teil der Halbinsel, um Auckland gegen japanische Bedrohungen zu schützen. 1967 kaufte das Auckland Regional Council das restliche Land von der Shakespeare Familie.

Die Wanderung an sich bietet einen traumhaften Ausblick über grüne Hügel und Wälder, im Hintergrund der Pazifik und die Skyline von Auckland. Wir waren überwältigt von dieser wunderschönen Landschaft. Viel haben wir im Vorfeld über Neuseeland gelesen, über die schöne und abwechslungsreichen Landschaft, doch es mit eigenen Augen zu sehen ist nochmal etwas ganz anderes. Es werden auch häufig Superlative verwendet, um der einzigartigen Landschaft gerecht werden zu können und ich muss sagen, dass es nicht übertrieben ist. Sie ist unvergleichlich. Erst liefen wir durch einen tropischen Wald mit einem kleinen Wasserfall. Als wir aus dem Wald heraustraten, hatten wir das Gefühl wir sind in Irland. Saftige Wiesen mit weidenden Schafen. Als wir den Hügel erreichten, konnten wir den in der Sonne türkisschimmernden Pazifik sehen.

Wir versuchen immer wieder die schöne Landschaft in Bildern einzufangen, aber das ist nicht immer möglich. Wir hoffen dennoch, euch einen Eindruck vermitteln zu können und vielleicht den einen oder anderen auf dem Geschmack zu bringen……