Mt. Taranaki & New Plymouth

Am 10.01. stand etwas großes auf dem Programm. Die Besteigung des 2518m hohen Mt. Taranaki. Dieser Berg befindet sich südlich von New Plymouth im Egmont National Park. 2003 diente er wegen der Ähnlichkeit zum Mt. Fuji als Kulisse des Films „The Last Samurai“ mit Tom Cruise. Diese Tageswanderung (8-10 Stunden für 12,6km) begann am North Egmont Visitor Center über die Tahurangi Lodge. Obwohl am Morgen der Berg wolkenfrei gewesen ist, war der obere Teil ab 9 Uhr bereits eingehüllt. Geröll, Schnee und Eis machten den Aufstieg für mich leider nicht bis zur Spitze möglich, sodass ich 2 Stunden vor erreichen des Gipfels umkehren musste. Vielleicht schaffe ich den Aufsteig ein anderes mal. Da die Sicht weniger als 20m betrug, war es auch gar nicht so schlimm.

New Plymouth ist eine Mischung aus zeitgenössichen Bauwerken und Gebäuden aus der Kolonialzeit. Kunst wird groß geschrieben, überall sind Skulpturen zu sehen. Kunstausstellungen finden ebenfalls regelmäßig statt. Den 7km langen coastal walkway kann man auch schön ablaufen (wenn man am Tag vorher nicht gerade den Mt. Taranaki bestiegen hat).

Screen Shot 2014-01-13 at 7.57.53 amAuf dem Weg zum Tongariro National Park Village (C) fuhren wir den 158km langen „Forgotten World Highway“ auf der SH 43 entlang.  Früher war die Gegend relativ gut bevölkert und führte den Namen „Valley of Plenty“. Die Flut 1924 ließ die Gemeinden fast aussterben. Der Bau einer Eisenbahnlinie brachte vielen wieder Arbeit, nach der Fertigstellung begann die Emigration erneut. Der Highway ist einer der 10 schlechtesten Straßen in Neuseeland. Aufgrund des minimalen Verkehrsaufkommens wird sich daran auch nicht viel ändern. Ansonsten ist der 3-stündige Weg ohne Tankstelle immer einen Besuch wert. Leider war das Wetter an diesem Tag erneut verbesserungswürdig. Es geht über viele Hügel, Täler und verlassene Städte. Der berühmteste Ort ist wohl Whangamomona (B). 1989 erklärte sich der Ort nach einem Disput mit dem Manawatu-Wanganui Distrikt zur eigentständigen Republik mit gewähltem Präsidenten. Alle zwei Jahre im Januar wird der Unabhänigkeitstag gefeiert, leider nicht in dem Jahr unseres Besuches. Wer hier durchfahren sollte, muss unbedingt den Muffins porbieren. Die schmecken wie bei Muttern. Und der Kaffee ist auch sehr gut. Der ideale Muttermache für die restlichen Fahrt, zurück in die Zivilisation.

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Waitomo Caves

Screen Shot 2014-01-12 at 5.14.26 pmNachdem wir noch einen weiteren Tag bei Geli und Claudia bleiben konnten, um besseres Wetter abzuwarten, haben wir unsere Tour am 09.01.2014 fortgesetzt. Diese führte uns von den Waitomo Caves (B) über den SH 43 (den Surfhighway) nach New Plymouth (C).

Eigentlich wollten wir in Hamilton an einem Super-Classic-Diner anhalten und den BBQ Burger mit Speck, Käse und Curly Fries essen, also ich wollte ihn essen, jedoch waren wir etwas knapp in der Zeit und 40 Minuten Wartezeit konnten wir leider nicht mehr einholen. Wir hatten nämlich Tickets für die Waitomo Caves und mussten uns dann alternativ mit einer der besten Fast-Food-Ketten (Carl´s Junior) begnügen. Was für ein Pech aber auch.

Die Höhlen von Waitomo bestehen größtenteils aus Kalkstein und werden auf 2 Millionen Jahre geschätzt. Gebildet haben sie sich durch Meerestierchen, die abgestorben und zusammengepresst wurden. Durch Eruptionen ist Wasser eingedrungen und hat die Höhlen ausgewaschen. In der Gegend gibt es rund 200 Höhlen, von denen 12 für den Tourismus erschlossen sind. Größere und kleinere Firmen bieten Führungen an. Die bekanntesten drei Caves sind die Glowworm, Ruakuri und Aranui Cave.

Die Glowworm Cave war den lokalen Maori schon länger bekannt, bis sie 1887 ausführlicher von einem Häuptling und einem Engländer untersucht wurden, sodass um 1900 immer mehr Touristen kamen. 1906 nahm sich die Regierung das Land und bewirtschaftete die Höhle selber. 1989 gab sie das Land und die Rechte wieder zurück an die Nachfahren des Häuptling. Viele Maori, ansonsten sehr von Arbeitslosigkeit geprägt, finden in dem Tourismus eine Anstellung. Die Führung beginnt mit den Kalksteinhöhlen selbst, in der sich überall Stalatiten und Stalagmiten über Jahrtausende  gebildet haben. Sie brauche 200 Jahre, um einen Zentimeter zu wachsen. Da in dieser Höhle auch der Waitomo River durchfließt, gibt es Glühwürmchen. Nicht die fliegenden (fireflies), sondern diese hängen von der Decke. Durch den Fluss kommen Insekten in die Höhle, die an der Decke einen vermeintlichen Sternenhimmel vorfinden. Fliegen sie nach oben, verfangen sie sich in den klebrigen Würmchen. Nach einigen Erläuterungen geht die Tour in einem Boot über den Fluss weiter. Dabei ist die Höhle mit den Glowworms komplett dunkel gehalten, damit die Würmchen auch in ihrer vollen Anzahl bestaunen kann. Wirklich eine einmalige Sache. Die Sterne zum greifen nah sozusagen. Abertausende kleine floureszierende Punkte an der Decke. Der Guide zieht das Boot langsam an einem Seil durch die Höhle. Sobald sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, lassen sich immer mehr Glühwürmchen erkennen. Am Ende des Tunnels erscheint langsam Tageslicht und die Tour ist damit abgeschlossen.

Die Ruakuri Höhle wurde vor 400-500 Jahren von einem jungen Maori entdeckt, als er von wilden Hunden angegriffen wurde und in die Höhle floh. Sie ist die längste begehbare der Caves und bringt dich hautnah an die Glühwürmchen heran. Das riesige Tunnelsystem ist wirklich beeindrucken und wirklich sehr gut ausgebaut.

Die Aranui Cave ist die jüngste Erschließung. 1910 von Ruruku Aranui entdeckt, als er auf Schweinejagd ging. Sie ist die kleinste, aber die schönste mit Stalagmiten, Stalagtiten und Steinformationen, ebenfalls aus Kalkstein. Hier gibt es keine Glühwürmchen zu sehen, da es keinen Wasserlauf mehr gibt. Die sogenannte Kathedrale bildet das Herzstück der Höhle und man glaubt es kaum, aber es gibt Menschen, die in dieser Höhle heiraten. Die Akkustik muss während der Zeremonie gigantisch sein.

Am Abend erreichten wir über den Surferhighway New Plymouth. Eingecheckt in die überraschend schlechte Jugendherberge, gingen wir noch an den Strand kurz nachdem die Sonne bereits untergegangen war.