PISA Studie 2013

Es ist mal wieder soweit. Die im Jahr 2000 von Deutschland so gefürchtete PISA Studie legte den Schwerpunkt dieses Jahr auf Mathematik. Urgh… Die Studie ist übrigens nicht nach der Stadt in Italien benannt, sondern steht für „Programm for International Student Assessment“.

Wer sich selbst mal testen möchte, 6 Beispielfragen welche den 15 jährigen SchülerInnen gestellt wurden. Zum Glück habe ich alle Fragen richtig beantwortet :)

In diesem Eintrag möchte ich, dem Blog entsprechend, nur die beiden Länder Deutschland und Neuseeland anhand des OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) Durchschnitts kurz vergleichen. Hier könnt ihr euch schnell einen Überblick über andere Länder verschaffen.

Fachgebiet Deutschland Neuseeland OECD
Mathe 514 500 494
Lesen 508 512 496
Naturwissenschaft 524 516 501
Quelle: gpseducation.oecd.org

Deutschland und Neuseeland liegen beide gleichermaßen etwas über dem OECD Durchschnitt.

Wem Durchschnitt nicht gug genug ist, der sollte sich ein Beispiel an Shanghei (China) nehmen; die SchülerInnen sind lt. Tagesschau.de 3 Schuljahre weiter als der Durchschnittsschüler. Überhaupt schneiden die südostasiatischen Länder in diesem Jahr sehr gut ab. Die Asiatischen Staaten holen also nicht nur wirtschaftlich auf. Oder vielleicht gerade deswegen?! Wirtschaftlicher Wohlstand und Bildung hängen nunmal doch zusammen. In 15 Jahren werden wir sehen, was die Saat von heute bringt.

Ein paar generelle Werte zu dem Bildungsstand der Gesamtbevölkerung: Obwohl Deutschland eines der Länder mit der höchsten Sekundarabschlussrate ist, liegt es bei tertiären Abschlüssen hinter dem Durchschnitt. In Neuseeland ist es genau anders herum.

Bildung/Wirtschaft
(25 – 64 jährige in 2011)
Deutschland Neuseeland OECD
Sekundarabschluss I 14% 26% 26%
Sekundarabschluss II 59% 35% 44%
Tertiärabschluss 28% 39% 31%
Arbeitslosenquote mit Sekundarabschluss I 14% 7% 13%
Arbeitslosenquote mit Sekundarabschluss II 6% 4% 7%
Arbeitslosenquote mit Tertiärabschluss 2% 4% 5%
Ausgaben für Bildung vom BIP in 2010  7%  7%  6%

Quelle: gpseducation.oecd.org

Herauslesen kann man aus dieser Tabelle, dass man auch mit einem Sekundarabschluss I in Neuseeland nicht arbeitslos sein muss. Allerdings auch nicht kann, weil die staatliche Arbeitslosenhilfe nicht sehr hoch ist. Wer ein Handwerk gelernt hat, wird aktuell in Christchurch für den Wiederaufbau dringend benötigt. Detaillierte Statistiken über das Bildungssystem in Neuseeland und andere Länder können hier abgerufen werden. Deutschland möchte lt. BMBF die Bildungsausgaben auf 10% erhöhen. Bis wann konnte ich aus dem Bericht allerdings nicht erkennen.

Bleibt zu hoffen, dass unsere Politiker in Zukunft die richtigen Entscheidungen in Bezug auf Bildung treffen. Denn „die Invenstition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen.“ (Benjamin Franklin).

Advertisements

Kiwis arbeiten länger, produzieren aber weniger

Warum Produktivtät wichtig ist: „… nichts trägt mehr dazu bei die Armut zu bekämpfen, die Freizeit zu erhöhen und die Fähigkeit des Staates Ausbildung, Gesundheit, Umwelt und Kunst zu finanzieren.“ – Alan Blinder and William Baumol (1993).

Am Montag (23.09.2013) stand im NZ Herald ein Bericht über die Produktivität der Neuseeländer. Leider sieht der gar nicht gut aus. In einem Kommissionsbericht arbeiten sie im Durchschnitt 15% mehr, produzieren aber gleichzeitig 20% weniger als ihre OECD Kollegen pro gearbeitete Stunde. Im Vergleich zum direkten Nachbarn Australien (100%) liegt NZ nur bei ca. 68% Produktivität.

In Theorie sollten weniger produktive Volkswirtschaften aufholen evtl. sogar die Liste anführen, sobald neue Technologien, Kapital und Ideen ins Land kommen. Aber das ist in Neuseeland seit Jahrzehnten nicht der Fall gewesen. Seit 1980 ist das Niveau auf niedrigem Level und das Land macht keine anstalten aufzuholen. Die Gesamtsteigerung seit 30 Jahren beträgt nur knapp unter 2%.