Milford Sound

Die Anreise:
Allein der Weg dorthin ist schon einzigartig. Ausgangspunkt ist erstaunlicherweise das 2,5 Stunden entfernte Te Anau. Der Milford Sound ist zu weit “vom Schuss”. Ein eigenes kleines Wasserkraftwerk liefert Strom für das Café, eine kleine Lodge und dem Schiffsterminal. Telefon gibt es nur mittels Mikrowellen. Handyempfang: Fehlanzeige. Das war es dann auch schon.

Wir sind morgens um 7:20 losgefahren. Ich bin aber auch einer, der überall anhalten und gucken möchte. Die Landschaft war bei Sonnenaufgang noch mit Tau bedeckt und hatte dadurch eine ganz besondere Wirkung, welche nur schwer zu beschreiben und wiederzugeben ist. Der Mirror Lake und Lake Gunn sind ein beliebter Stopp, um sich die Beine zu vertreten. Während noch alle Tiere schliefen, spiegelten sich die Berge in den Wasseroberflächen. Die Sandflies brachten uns allerdings dazu, schnell weiterzufahren.

Der Weg zum Sound sollte als komplette Tagestour geplant werden, denn die Vielfalt ist groß. Ein ständiger Wechsel der Landschaft präsentiert sich hinter fast jeder Kurve. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der Pass, der wegen dem 1240m langen Homer Tunnel eigentlich keiner ist, gab beeindruckende Ausblicke wieder. Und auch die von mir schon sehnlichst erwartenden Kea’s waren zu sehen und knabberten genüsslich an der Antenne des Mietwagens neben uns herum.

Milford Sound:
Eines der besten Naturattraktionen, die Neuseeland zu bieten hat. Der Milford Sound öffnete seine ganze Pracht bei einem herrlichen Bilderbuchwetter. Der Mitre Peak (1692m), das noch ruhige Wasser, einfach toll. Wer mehrere Lagen Mückenschutz aufgetragen hat, sollte den kurzen Milford Beachtrack entlang und zum Aussichtspunkt hoch gehen.

Dann ging es um 11:45 los. Wir haben die ultimative Touricruise gebucht inclusive BBQ Lunch Buffet. Das Mittagessen wurde durch Bottleneck Dolphins kurz unterbrochen. Da hieß es, alle man raus und Fotos machen. Danach ging es weiter zu interessanten Punkten wie der Spalte im Berg, wo die Kontinentalplatten aufeinandertreffen,  junge Seehunde, die genüßlich im Wasser spielten, während sich die Eltern auf dem warmen Felsen sonnten. Hier scheint die Zeit stehen zu bleiben und man empfindet die Szenerie als perfekten Augenblick – mitten im Paradies.

Der Milford Sound gehört wie das ganze Fjordland zum Weltnaturerbe der UNESCO und liegt mit 8000 mm Niederschlag in einen der regenreichsten Regionen der Welt. Nach einem starken Regen enstehen immer wieder vorübergehende Wasserfälle, die von den Klippen stürzen. Das Wasser des Fjordes bildet zwei Schichten. Das schwere salzhaltige Meerwasser wird von einer Schicht Süßwasser überdeckt. Diese enthält viele durch den Regen aus dem Boden gelösten Gerbstoffe. Dadurch herrschen im darunter liegenden Salzwasser Lichtverhältnisse die es sonst nur in weit größeren Tiefen gibt. So lassen sich im Milford Sound Flora und Fauna der Tiefsee beobachten. (Quelle: Wikipedia). Im Unterwasserobservatorium (Milford Deep) lassen sich auch die geschützen schwarzen Korallen sehen.

Die obligatorische Wasserfalldusche an den Stirling Falls durfte natürlich nicht fehlen!

Key Summit Track:
Nachdem wir das Schiff am Besucherzentrum verlassen hatten, ging es zum Key Summit Track. Eine 3-stündige Wanderung, Teil des Routeburn Track und einer der 9 Great Walks in Neuseeland. Von hier aus hat man, gutes Wetter vorausgesetzt, super Ausblicke auf die Berge, Täler und einige Seen. Zurück in der Herberge gab es eine selbstgemachte Pizza mit specktakulärem Sonnenuntergang inklusive! Ach ja, das Leben hat es doch wirklich gut mit uns gemeint…..

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Doubtful Wilderness Cruise

Screen Shot 2014-03-26 at 12.40.23 pmFür das Fjordland (engl. Fiordland) haben wir uns Zeit gelassen. Der schönste Teil Neuseelands hat es aber auch verdient. Wir haben uns vier Tage in das zwischen Manapuri und Te Anau liegende Barnyard Backpackers einquartiert –  Panoramablick auf die Berge inklusive. Hatte etwas von Berghüttenidyll in Bayern.

Ein Fjord ist ein Meeresarm, der durch einen seewärts gerichteten Talgletscher entstanden ist. Der größte Doubful Sound, der bekannteste Milford Sound und der entlegene Dusky Sound liegen alle im Fiordland National Park und sind Teil des UNESCO Weltnaturerbes. Ein „Sound“ ist eigentlich ein großer See oder eine Ozeanausbuchung (größer als eine Bay). Warum die Fjorde dann nicht Milford Fiord heißen, konnte ich leider nicht herausfinden.

Der größte ist der Doubtful Sound. James Cook hatte bei der Erkundung “viele Zweifel” ob die Winde ihn aus diesem Sound wieder herausbringen würden oder doch das Schiff möglicherweise an den Klippen zerschellen könnte. Daher ließ er von einer genaueren Erkundung ab.

Die Tour fängt zuerst auf dem Lake Manapouri (A) an und nach 1,5 Stunden erreicht man das andere Ende des Sees. Gefolgt von einer Besichtigung des größten Wasserkraftwerks in Neuseeland (B). Es produziert 850 MW Strom für die 160km entfernte Aluminuimschmelze in Bluff, südlich von Invercargill.

Zurück im Bus geht es über die teuerste Straße Neuseelands, weiter über den Wilmot Pass zum Anleger des Doubtful Sound. Anschließend mussten wir auf den Katamaran umsteigen und hinaus ging es in den Doubtful Sound (C), der von mächtigen Bergen umgeben ist. Leider blieben die hier oft anzutreffende Delfine aus, aber es ging bis in die Mündung der Tasman Sea hinaus, was wegen schlechten Wetters nicht immer möglich ist. Der Himmel war am Ende hin bedeckt, so auch die Berggipfel, es war kalt und enormst windig aber geregnet hat es nicht. Gutes Wetter ist eben immer ein Bonus in Neuseeland. An dem Tag hatten wir nicht ganz so viel Glück.

Das Highlight waren einige Seehunde, die sich gelangweilt auf einen Felsen rekelten. Da es keine Regenfälle oder herumspringende Delfine gab, war es alles in allem eine etwas enttäuschende Tour, die darüber hinaus auch noch recht kostspielig war. Wenigstens gab es kostenlos Tee und Kaffee an Bord.

Allerdings immer noch besser als der folgende Tag. Bis zum Nachmittag gab es nur Regen. Wir nutzen diese Zeit um unser Auto, unsere Nadia, eine neue WOF (Warrant of Fitness) und einen Ölwechsel zu verpassen und einen kurzen Imagefilm vom DOC (Department of Conservation) über die Gegend anzuschauen. Danach hellte der Himmel wieder auf und wir spazierten noch zwei Stunden einen kleinen Teil des normalerweise 4 Tage dauernden Keplers Track entlang. Wirklich eine kleine Märchenwelt und meine Mutter hätte ihre wahre Freude daran gehabt, sich für die nächsten 30 Jahre mit Moos für alle möglichen saisonalen Geschenkideen, Osterkörbe oder Krippenbeläge einzudecken und auszustechen.