Auf zur Golden Bay

Screen Shot 2014-02-21 at 10.17.01 pmAbgesehen von zwei mit Kohle beladenen Güterzügen die mitten in der Nacht in nur 10m Entfernung an unserem Hotelzimmer vorbeidonnerten, haben wir entspannt geschlafen. In einer der letzten Regionen von Neuseelands wird hier nämlich noch Kohle abgebaut.

Wegen des Marathons in Westport haben wir nur noch außerhalb eine Übernachtung gefunden. Kurz nachdem wir uns schon gefreut hatten nicht irgendwo an einer Straßensperre stehen zu müssen, waren wir doch gezwungen, hinter der Ortsgrenze noch für gute 30 Minuten auf die Läufer zu warten. Der schottische Musikverein und einige Schaulustige feuerten die Läufer die letzten Kilometern kräftig an. Nachdem die Straße wieder freigeben wurde, konnten wir unsere Fahrt in den Norden der Südinsel fortsetzen.

Kurz vor Murchison haben wir die längste Swingbridge in NZ mit 110m überquert. Sogar ich mit meiner sub-optimalen Höhenfestigkeit. Aber es ging. Das Tal war 1929 Epizentrum eines Erdbebens und der Boden hatte sich in der „White-Creek-Faultline“ um 4,5m verschoben. Da staunt man sicherlich ganz schön, wenn plötzlich eine Wand aus dem Boden aufsteigt.

Auf der Strecke durchquerten wir viele Berge, Täler und Ebenen. Wie schon auf unser ersten Tour durch den Osten der Nordinsel, gab es hinter jedem Berg etwas Neues zu entdecken. Wir haben immer wieder kleine Hinweisschilder gesehen, auf denen verschiedene Obstsorten aufgeführt waren und diese natürlich auch verkauft wurden, wahrscheinlich aus dem eigenen Garten. Irgendwann konnten wir nicht anders und haben uns Pflaumen, Blaubeeren und mehrere selbstgemachte Marmeladen gekauft. Einfach yummy.

Wir wollten möglichst weit zum Farewell Spit und der Golden Bay hoch fahren und haben dann vom BBH das Ökö-Hostel Shambhala gefunden. Der erste Eindruck war gut und wir dachten schon „… Schade, dass wir nur eine Nacht hier sind.“ Bis wir unsere Wohnwagenkabinen gesehen haben. Es half alles nichts, es war spät abends, wir hatten Hunger und waren weit ab vom Schuss, um nach einer neuen Bleibe zu suchen. Nach einem ausgiebigen Borrito-Abendessen und einer kurzen Strandwanderung haben wir uns entschlossen neben dem noch akzebtablen Wohnwagen ein Zelt aufzubauen. Dieser stand auf einer Anhöhe im Freien und wir hatten einen direkten Blick aufs Mees. Der andere Wohnwagen stand mitten im Wald und war somit eine willkommene Bleibe für Spinnen und Käfer. Es sich darin gemütlich zu machen, fiel schwer. Da war das eigene Zelt dann doch die bessere Wahl. Somit hat das eine Paar in dem Wohnwagen geschlafen und das andere Paar im Vorgarten in einem Zelt. Bezahlen mussten wir dennoch für beide. Sehr ärgerlich. Der Besitzer kassiert das Geld auch direkt in Bar. Jetzt wissen wir auch warum.

Obwohl die anderen Wohnungseinheiten wohl besser sind, auf die Ökotoilette mit Holzstreu anstatt Wasser mussten theoretisch alle; wir haben uns möglichst zurückgehalten. Da geht man doch lieber fix ins Gebüsch.

Egal, da mussten wir durch und an anderen morgen sah die Welt auch schon wieder ganz anders aus…..

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Pancake Rocks

Screen Shot 2014-02-19 at 10.05.09 pmHeute Nacht hatten wir das erste Mal den Wecker gestellt, um uns gemeinsam die Sterne anzugucken. Es war erneut atemberaubend schön! So viele Sterne sieht man in Deutschland leider nicht. Morgens gab es dann ein herrliches Frühstück mit Rührei, Müsli, frischem Obst und echtem deutschen(!) Vollkornbrot. Gestärkt ging die Reise los in Richtung Norden, immer der Küste entlang.

Das Wetter war morgens bereits recht gut und bei unserem ersten Kaffeestopp brannte die Sonne sogar richtig.  Es ging 300km gen Norden nach Westport.

In Ross (B) haben wir zuerst angehalten und wollten ein Replika des größten gefundenen Goldnugget mit 2,7 kg anschauen. Vor dem wohl einzigen Gasthaus des Ortes hielt ein chinesischer Reisebus und lud eine ganze Horde seiner Landsleute ab. Schnell weiter…

In Hokitika (C) habe ich mehrfach versucht, meine Mitstreiter zu einer Pizza in der vom  Lonely Planet gekrönten Pipis Pizzeria zu überreden. Leider ohne Erfolg. Dafür gibt es in der Stadt eine ganze Menge Greenstone (Jade) Geschäfte und ein paar Schnapper waren auch für uns dabei. :) Ein Stopp an dem Glow Worm Dell war leider auch unnötig, da die Würmchen bei Tageslicht nicht zu erkennen waren.

Die größte Stadt an der Westküste, Greymouth, haben wir eigentlich links iegen gelassen, da wir mehr damit beschäftigt waren, eine Übernachtungsmöglichkeit in Westport zu finden. Zuerst ging es aber zum heutigen Highlight, den Pancake Rocks (D) …

Die 30 Millionen Jahre alten übereinander geschichtete Ablagerungen von Kalksedimenten und Tonmineralien erodierten unterschiedlich schnell. Seit diese Ablagerungen durch eine Landhebung an die Oberfläche gehoben wurden und Wellen, Wind und Regen ausgesetzt sind, schreitet die Abtragung stetig voran. (wikipedia.de) Es war wirklich sehr schön anzusehen.

Wenn nicht so ein Marathon dazwischen kommt, dann bekommt man eigentlich immer noch kurzfristig ein Zimmerchen. Diesmal mussten wir etwas länger suchen und haben in Granity (E), 30 Minuten nördlich von Westportal eine optimale Übernachtung gefunden. Von außen würde man wahrscheinlich niemals hier anhalte, dafür hat man viel zu viele Filme gesehen, die genauso anfingen und böse endeten. Aber die „Miners on Sea“ ist alles andere als hinterwäldlerisch. Neue, saubere Doppelzimmercabins, eine Kneipe mit gutem Essen und geschmackvollem Bier war alles was wir wollten und brauchten um die nächsten 3 Tage im Abel Tasman Park zu planen.